01 May 2026, 22:11

1. Mai: Von Hexenflügen, Maibäumen und dem Kampf um Arbeiterrechte

Schwarzes und weißes Foto einer Gruppe von Menschen, die eine Straße entlanggehen und Fahnen halten, mit Bäumen, Gebäuden und einem Maibaum im Hintergrund.

1. Mai: Von Hexenflügen, Maibäumen und dem Kampf um Arbeiterrechte

Der 1. Mai markiert in Deutschland weit mehr als nur den Beginn eines neuen Monats. An diesem Tag vermischen sich uralte Bräuche, Arbeiterrechte und ausgelassene Feiern. Von heidnischen Ritualen bis zu politischen Kundgebungen reichen die Traditionen Jahrhundert zurück und zeigen sich in vielfältigen Formen.

Die Wurzeln des Maifeiertags reichen tief in die Geschichte. Schon die alten Römer feierten vom 28. April bis zum 3. Mai die Floralia, ein Fest zu Ehren der Blüten und des Frühlings. Jahrhunderte später übernahmen die deutschsprachigen Regionen eigene Sitten, wie die Walpurgisnacht am 30. April. Der Legende nach fliegen in dieser Nacht Hexen durch die Lüfte – ein Glaube, der bis heute mit großen Feuern und Verkleidungen begangen wird.

Der Maibaum ist ein zentrales Symbol der Saison. Es gibt zwei Varianten: einen zum Tanzen, oft mit Bändern geschmückt, und einen zum Klettern. In alpinen Dörfern messen sich junge Männer im Wettkampf, wer am schnellsten den glatten Stamm hinaufkommt. Eine weitere Tradition ist der Liebesmai, bei dem unverheiratete Männer kleinere Maibäume vor den Häusern ihrer Angebeteten aufstellen.

Dichter haben den Geist des Mais schon lange eingefangen. Eduard Mörike schrieb einst: „Der April ist kaum der Lenz, / er ist weder halb noch ganz.“ Später begrüßte er den neuen Monat mit den Worten: „Komm, holder Mai, bring’ Rosen mit, / dann weiß ich, was der Lenz wirklich ist!“

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Doch der 1. Mai hat nicht nur folkloristische Bedeutung – er ist auch politisch geprägt. Als Tag der Arbeit erinnert er an eine Massenkundgebung in Australien im Jahr 1856. Die amerikanische Arbeiterbewegung übernahm das Datum später, und es verbreitete sich weltweit. Heute wird Berlin zum Zentrum der Feierlichkeiten: Von politischen Demonstrationen über Straßenfeste bis zu geführten Touren ist alles dabei.

Der 1. Mai in Deutschland verbindet Geschichte, Romantik und Aktivismus. Dörfer stellen Maibäume auf, Städte werden Schauplatz von Kundgebungen, und Feiernde tanzen bis in die Nacht. Die Traditionen, ob alt oder neu, halten den Geist der Jahreszeit Jahr für Jahr lebendig.

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