07 May 2026, 00:14

10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Warum Solinger Senioren jetzt protestieren

Plakat mit einem Insulinfläschchen rechts und dem Text "Wir haben Insulin für Senioren auf 35 Dollar pro Monat begrenzt. Es ist an der Zeit, das für alle zu tun."

10-Euro-Eintritt für Gräfrath-Marktfest: Warum Solinger Senioren jetzt protestieren

Neue Eintrittsgebühr von 10 Euro für das Gräfrath-Marktfest stößt bei Senioren in Solingen auf Kritik

Die Einführung einer Eintrittsgebühr von 10 Euro für das traditionelle Gräfrath-Marktfest hat bei älteren Einwohnern Solingens für Unmut gesorgt. Der Seniorenbeirat der Stadt, insbesondere seine Arbeitsgruppe zur Altersarmut, kritisiert, dass die Gebühr eine unzumutbare Belastung für Rentner mit knappen Budgets darstelle. Was einst ein geliebtes Gemeinschaftsfest war, drohe nun für viele unerschwinglich zu werden – gerade für diejenigen, die auf solche Veranstaltungen als soziale Kontakte angewiesen sind.

Auslöser der Debatte war die Ankündigung der Veranstalter, die die Gebühr mit steigenden Sicherheitskosten begründeten. Besucher erhalten zwar einen Gutschein in Höhe von 2 Euro für Essensstände zurück, doch für viele Rentner bleibt eine Belastung von 8 Euro – ein Betrag, der für Menschen mit geringem Einkommen schwer zu stemmen ist. Kritiker monieren, dass der geringe Rabatt die finanzielle Not kaum lindere.

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Altersarmut ist in Solingen ein wachsendes Problem. Viele ältere Menschen kommen mit bescheidenen Renten nur knapp über die Runden. Der Seniorenbeirat warnt, dass die Gebühr Senioren de facto ausschließe, die es sich nicht leisten könnten, fast ein Zehntel ihres wöchentlichen Budgets für einen einzigen Besuch auszugeben. Ein kostenloser Familientag am Sonntag, als Kompromiss angeboten, helfe vor allem älteren Menschen wenig, die allein leben und kaum Mobilitätsmöglichkeiten haben.

Der Beirat schlägt Alternativen vor, etwa gestaffelte Preise, Ermäßigungen für Senioren oder eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Stadt, um die Kosten auszugleichen. Betont wird, dass die traditionelle Rolle des Festes als Ort der Begegnung und des Gemeinschaftslebens auf dem Spiel stehe. Ohne Anpassungen drohe das Event seinen inklusiven Charakter zu verlieren – mit der Folge, dass ältere Mitbürger noch stärker isoliert würden.

Über den konkreten Streit hinaus wirft die Diskussion grundsätzliche Fragen zur Bezahlbarkeit öffentlicher Angebote auf. Angesichts steigender Kosten für Sicherheit und Dienstleistungen sehen sich Veranstalter vor schwierige Entscheidungen gestellt. Doch die direkte Weitergabe der Kosten an die Besucher könnte die Ungleichheit vertiefen – gerade bei jenen, die auf Gemeinschaftsveranstaltungen am meisten angewiesen sind.

Der Seniorenbeirat setzt sich weiterhin für eine gerechtere Lösung ein und fordert die Stadt auf, die Gebührenstruktur zu überdenken. Ohne Änderungen könnte das Fest seine jahrzehntelange Funktion als generationenübergreifendes Bindungsglied einbüßen. Bis dahin müssen viele Senioren in Solingen abwägen: Lohnt sich der Eintrittspreis – oder müssen sie auf den Kontakt zu ihrer Gemeinschaft verzichten?

Quelle