26 April 2026, 12:14

12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise: Kleine Tankstellen profitieren am stärksten

Balkendiagramm, das den primären Energieverbrauch nach Brennstoffart von 1980 bis 2040 zeigt, in vier Abschnitte unterteilt mit prozentualer Aufschlüsselung.

12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise: Kleine Tankstellen profitieren am stärksten

Eine neue Studie zeigt, dass die in Deutschland eingeführte 12-Stunden-Regel für die Anpassung der Benzinpreise die Gewinne der Tankstellenbetreiber gesteigert hat. Die am 1. April in Kraft getretene Reform führte bereits in den ersten beiden Wochen zu höheren Margen bei Superbenzin. Allerdings fielen die Auswirkungen je nach Region und Tankstellentyp unterschiedlich aus – besonders kleinere Anbieter profitierten überdurchschnittlich.

Forschende des ZEW Mannheim und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) analysierten Preisdaten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe. Sie verglichen die 14 Tage vor und nach Einführung der Regelung und konzentrierten sich dabei auf die Nettopreise im Einzelhandel im Verhältnis zu den Großhandelspreisen am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA).

Die Studie ergab, dass sich die Gewinnspannen bei Superbenzin im Schnitt um 6 Cent pro Liter erhöhten. Allerdings war dieser Anstieg nicht einheitlich: Bei Dieselblau blieben die Margen unverändert, wie Ko-Autor Jacob Schildknecht erläuterte. Aufgrund der starken Preisschwankungen bei Diesel sei ein möglicher Anstieg nur schwer messbar.

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Auch regional gab es deutliche Unterschiede. In Süddeutschland stiegen die Margen besonders stark – möglicherweise bedingt durch höhere Einkommen und lokale Besonderheiten in der Lieferkette. Kleinere Tankstellenketten und unabhängige Betreiber verzeichneten die größten Gewinne, während größere Netzwerke weniger stark betroffen waren.

Justus Haucap, Direktor des DICE, erklärte, dass die Auswirkungen der Reform maßgeblich vom Wettbewerb auf dem Markt abhängen. Studienautorin Leona Jung ergänzte, dass die Maßnahme bisher nicht zu einer Senkung des allgemeinen Preisniveaus geführt habe, sondern stattdessen die Gewinnspannen der Benzinhändler erhöht habe.

Die 12-Stunden-Regel hat damit ungleiche finanzielle Effekte im deutschen Tankstellenmarkt bewirkt: Während die Margen bei Superbenzin stiegen, blieben die Dieselpreise stabil, und kleinere Betreiber profitierten stärker als große Ketten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Wirkung der Reform von den lokalen Marktbedingungen und der Größe der Tankstellen abhängt.

Quelle