48-Stunden-Streik bei Lufthansa legt tausende Flüge lahm – was Piloten fordern
Reingard FaustStreik der Piloten: Warum wir Gewerkschaften brauchen - 48-Stunden-Streik bei Lufthansa legt tausende Flüge lahm – was Piloten fordern
Großer Pilotestreik bei der Lufthansa führt zu massenhaften Flugausfällen
Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat für den 12. und 13. März 2026 einen 48-stündigen Warnstreik ausgerufen – als Reaktion auf gescheiterte Tarifverhandlungen. Rund 600 Flüge dürften betroffen sein, während Verbindungen in den Nahen Osten vorerst aufrechterhalten werden.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Forderungen nach jährlichen Lohnerhöhungen von 3,3 Prozent für CityLine-Piloten über drei Jahre sowie die Wiederherstellung der vor 2017 geltenden RentenGarantien für Lufthansa- und Cargo-Piloten. Die Verhandlungen begannen im August 2025, scheiterten jedoch an den strengen Friedenspflicht-Auflagen, die der Arbeitgeberseite zu weit gingen.
Der aktuelle Arbeitskampf stellt eine Zuspitzung dar: Während im Februar 2026 ein eintägiger Streik stattfand, erstreckt sich die aktuelle Aktion über zwei volle Tage. Der Rentenstreit dreht sich um die 2017 vorgenommenen Änderungen, als die Lufthansa von festen Betriebsrenten auf ein kapitalmarktbasiertes Modell umstellte. Zwar hatte die Gewerkschaft diesem Schritt damals zugestimmt, kritisiert nun aber, dass das neue System keine ausreichende Absicherung biete.
Gleichzeitig fordern die CityLine-Piloten erstmals höhere Löhne – ein Thema, das in früheren Verhandlungen keine Rolle spielte. Die VC besteht auf einer jährlichen Erhöhung von 3,3 Prozent für die Jahre 2024, 2025 und 2026, doch die Arbeitgeberseite hat bisher kein tragfähiges Gegenangebot vorgelegt. Die Pattsituation führt nun zu tausenden Flugausfällen, während Langstreckenverbindungen in den Nahen Osten weiter betrieben werden.
In Deutschland, wo etwa die Hälfte aller Arbeitsplätze tarifgebunden ist, haben Gewerkschaftserfolge oft Signalwirkung: Auch nicht organisierte Arbeitgeber passen ihre Löhne häufig an, was letztlich breiteren Kreisen – einschließlich Rentnern – zugutekommt, etwa durch bessere Altersvorsorge und Lohnsteigerungen.
Der Streik wird die Reisepläne zehntausender Passagiere durcheinanderbringen. Sollte die Gewerkschaft durchsetzen, könnte das Abkommen Maßstäbe für künftige Lohn- und Rentenvereinbarungen in der gesamten Luftfahrtbranche setzen. Die Lufthansa steht unter Druck, den Konflikt zu lösen, bevor es zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommt.