06 January 2026, 12:27

601 Jahre mittelalterlicher Klang: Die älteste spielbare Orgel der Welt

Ein Tisch mit einer Gitarre, Xylophon, Harmonikas, einem musikalischen Piano, einem Spielzeug, einem Plastik-Ei und einem Horn.

601 Jahre mittelalterlicher Klang: Die älteste spielbare Orgel der Welt

Ein kleines Kirchdorf in Östönnen birgt einen außergewöhnlichen Schatz

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In der St.-Andreas-Kirche steht die älteste spielbare Orgel der Welt – in diesem Jahr wird sie 601 Jahre alt. Das um 1425 erbaute Instrument lässt noch immer die geheimnisvollen Klänge des späten Mittelalters erklingen, zur Freude von Besuchern und Musikern gleichermaßen.

Ihre Ursprünge gehen auf Heinrich Pröhle zurück, einen begabten Handwerker des frühen 15. Jahrhunderts. Sein Werk, zwei Meter breit und vier Meter hoch, umfasst 578 Bleipfeifen – mehr als die Hälfte davon stammt aus der Zeit um 1500. Der Windkasten, der älteste noch funktionierende seiner Art, wurde sogar bereits um 1410 gefertigt.

Dass die Orgel die Jahrhunderte überdauerte, ist auch dem Zufall zu verdanken. Fehlende Mittel für Modernisierungen ließen sie unverändert – und bewahrten so ihren ursprünglichen Charakter. Ihre geschnitzten Blumenmotive und hölzernen Ranken verleihen ihr den Ruf eines "orgelgeschichtlichen Juwels". 1722 erwarb die Gemeinde das Instrument von einer Nachbargemeinde in Soest. Heute sieht Pfarrer Volker Kluft in ihrer Erhaltung eine heilige Pflicht. Die Kirche veranstaltet Konzerte, um den seltenen mittelalterlichen Klang der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für den Organisten Leon Berben ist das Spiel auf ihr ein einzigartiges Erlebnis: Alter und Handwerkskunst des Instruments schaffen eine direkte Verbindung zur Musik von vor über sechs Jahrhunderten.

Die Orgel bleibt ein lebendiges Stück Geschichte, das noch immer so klingt wie im 15. Jahrhundert. Durch ihre weitere Nutzung in Konzerten wird ihr ungewöhnlicher Klang auch künftigen Generationen erhalten bleiben. Ohne moderne Veränderungen steht sie als seltenes Zeugnis mittelalterlicher Handwerkskunst da.