26 March 2026, 14:10

690 Frauen brechen in Erfurt ihr Schweigen über erlebte Gewalt

Frauen in grünen T-Shirts mit weißen Abdeckungen bei einer Demonstration, mit mehreren anderen Mädchen dahinter.

690 Frauen brechen in Erfurt ihr Schweigen über erlebte Gewalt

Eine kraftvolle Ausstellung in Erfurt gibt Hunderten Frauen eine Stimme, die Gewalt überlebt haben. Unter dem Titel "Frauen im Dunkeln" präsentiert die Schau Botschaften von 690 Beitragenden aus ganz Deutschland, die ihre Erlebnisse in 40 verschiedenen Sprachen teilen. Die Veranstaltung, die vom 15. März bis zum 31. Mai 2026 läuft, ist zu einem zentralen Ort für Forderungen nach stärkerem Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt geworden.

Die Ausstellung in der Kunsthalle Erfurt vereint Frauen aus 150 Organisationen in 12 Bundesländern. Jede Teilnehmerin steuerte eine persönliche Schilderung bei, wobei unklar bleibt, wie viele davon eigene Kunstwerke geschaffen haben. Begleitend zur Ausstellung trugen Gleichstellungsbeauftragte in Erfurt weiße Blusen und Hemden – ein bewusst gewähltes Symbol der Solidarität gegen Gewalt.

In Thüringen ging die Kampagne über die Ausstellung hinaus. Gera und 29 weitere Kommunen beteiligten sich gemeinsam mit dem Land an einer koordinierten Aktion, bei der sie sich in Weiß kleideten. Catrin Heinrich, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gera, erklärte, die Farbe stehe für den Einsatz gegen häusliche Gewalt und Gewalt an Frauen. Sie betonte, wie wichtig Schutz, Ermächtigung und Zusammenhalt seien, um Thüringen zu einem sichereren Ort zu machen.

Nadja Sthamer, die Landesgleichstellungsbeauftragte Thüringens, organisierte die Veranstaltung, um die Botschaft der Bewegung zu verstärken. Die Anwesenden wiesen auf den dringenden Bedarf an besseren Schutzmaßnahmen hin – trotz jüngster Fortschritte. Gleichzeitig dankten sie den Überlebenden für das Teilen ihrer Geschichten und verwiesen darauf, dass nur 5 bis 10 Prozent der Betroffenen ihre Erlebnisse jemals bei den Behörden melden.

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Die zentrale Aussage des Projekts ist eindeutig: "Frauen und ihre Geschichten müssen sichtbar sein. Ein Leben frei von Gewalt ist ein grundlegendes Recht."

Die Ausstellung "Frauen im Dunkeln" rückt das Ausmaß geschlechtsspezifischer Gewalt in Deutschland in den Fokus. Mit Beiträgen von 690 Frauen unterstreicht das Projekt die Kluft zwischen gemeldeten und nicht gemeldeten Fällen. Die Thüringer Behörden setzen sich weiterhin für bessere Schutzmechanismen ein und nutzen öffentliche Solidaritätsbekundungen, um ihre Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Quelle