16 March 2026, 00:34

AfD in der Vetternwirtschaft-Affäre: Druck auf Partei wächst nach Enthüllungen aus Sachsen-Anhalt

Ein Plakat mit fetter schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund zeigt "Kinderaustriebsamkeit ist eine nationale Gefahr - Sollen wir die Industrie das Land fesseln lassen?", mit einer Gruppe verschiedener Menschen, die solidarisch zusammenstehen.

Familienbesuche - Möller drängt auf neue AfD-Regeln - AfD in der Vetternwirtschaft-Affäre: Druck auf Partei wächst nach Enthüllungen aus Sachsen-Anhalt

Die Alternative für Deutschland (AfD) gerät zunehmend unter Druck, nachdem Vorwürfe der Vetternwirtschaft laut geworden sind. Bis zu 72 ihrer Bundestagsabgeordneten sollen Angehörige in steuerfinanzierten Positionen beschäftigt haben. Aktuelle Enthüllungen aus Sachsen-Anhalt haben die Forderungen nach strengeren internen Regeln weiter verschärft.

Ein besonders bekannter Fall betrifft Familienmitglieder von Martin Reichardt, die im Büro von Jan Wenzel Schmidt arbeiten. Ähnliche Vorwürfe gibt es in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, darunter die Beschäftigung der Tochter von Irmhild Boßdorf durch Alexander Jungbluth.

Der AfD-Landesvorsitzende Stefan Möller fordert nun klarere Richtlinien für die Anstellung von Angehörigen. Er argumentiert, dass das derzeitige Fehlen von Regelungen zu Verwirrung führe und den Ruf der Partei gefährde. Möller betonte zudem, dass das Problem nicht auf Sachsen-Anhalt beschränkt sei, sondern die gesamte Organisation betreffe.

Sein Vorschlag sieht vor, die internen Parteistatuten zu überarbeiten, um Abgeordneten konkrete Handlungsanweisungen an die Hand zu geben. Diese Änderungen könnten auf dem bevorstehenden Bundesparteitag Anfang Juli in Erfurt diskutiert werden.

Unterdessen räumte AfD-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla ein, dass die fraglichen Verträge zwar rechtlich einwandfrei seien, aber ethische Bedenken aufwerfen. Er sprach von einem "Unbehagen", vermied jedoch eine direkte Schuldzuweisung. Chrupallas Äußerungen folgten auf mehrere Fälle in Sachsen-Anhalt, wo Angehörige von AfD-Politikern in Büros anderer Bundestagsabgeordneter beschäftigt wurden.

Möller bestand darauf, dass die Partei handeln müsse, um akzeptable Einstellungspraktiken zu definieren. Ohne klare Grenzen riskiere die AfD weitere Kritik wegen angeblicher Bevorzugung und Missbrauchs öffentlicher Gelder.

Nun steht die AfD vor der Entscheidung, ob sie ihre Personalrichtlinien vor dem Parteitag im Juli verschärft. Sollten die vorgeschlagenen Regeländerungen angenommen werden, zielen sie darauf ab, künftige Vetternwirtschaftsvorwürfe zu verhindern. Das Ergebnis wird zeigen, wie die Partei mit der anhaltenden Kritik an ihren Beschäftigungspraktiken umgeht.

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AKTUALISIERUNG

AfD verschärft interne Regeln zur Familienbeschäftigung

Die AfD-Spitze hat entschieden gehandelt, um Nepotismus-Bedenken zu bekämpfen. Am 16. Februar 2026 einigte sich der Bundesvorstand des Partei auf einheitliche Beschäftigungsregeln für Familienmitglieder auf allen Parlamentsstufen. Die Entscheidung fiel im Zuge von Diskussionen über disziplinarische Maßnahmen gegen den Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt, dessen Verhalten als 'schwer schädlich für die Partei' eingestuft wurde. Diese Regeln sollen auf dem kommenden Bundesparteitag in Erfurt im Juli diskutiert werden.