06 February 2026, 22:18

AfD zieht Geschäftsführer aus Thüringer Landtag zurück – Eskalation nach Vizepräsidenten-Streit

Eine Gruppe von Menschen mit Schildern und Plakaten steht vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer rechts daneben, während einer Demonstration in Deutschland.

AfD zieht Geschäftsführer aus Thüringer Landtag zurück – Eskalation nach Vizepräsidenten-Streit

Die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag hat ihre parlamentarischen Geschäftsführer aus dem Tagesgeschäft abgezogen. Der Schritt erfolgte, nachdem andere politische Gruppen den Kandidaten der Partei für das Amt des stellvertretenden Landtagspräsidenten blockiert hatten. Der Streit markiert eine ungewöhnliche Pattsituation in der Thüringer Landespolitik, da die AfD weiterhin die stärkste Oppositionskraft im Freistaat bleibt.

Der Konflikt begann, als der AfD-Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, Jens Cotta, die notwendige Unterstützung verfehlte. Obwohl er als integrative Persönlichkeit beschrieben wurde, lehnten die anderen Fraktionen seine Kandidatur ab. Die AfD, die als stärkste Oppositionspartei in Thüringen gilt, hatte mit einem Vizepräsidium im Parlamentsvorstand gerechnet, blieb jedoch vollständig unberücksichtigt.

Die parlamentarische Geschäftsführerin der Partei, Wiebke Muhsal, bezeichnete den Ausschluss als inakzeptabel. Sie warf dem Landtagspräsidium Doppelstandards vor und erklärte, unter diesen Bedingungen sei eine weitere Arbeit der AfD-Geschäftsführer nicht möglich. Durch den Rückzug der Fraktion aus dem laufenden Betrieb vertieft sich nun die Blockade im Thüringer Landtag.

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Bisher wurden keine rechtlichen oder formellen Schritte der Thüringer Landesregierung zur Lösung des Konflikts bekannt. Die Situation bleibt einzigartig in Thüringen: Die AfD verfügt über erheblichen Einfluss, hat aber keine offizielle Funktion bei der Gestaltung der parlamentarischen Abläufe.

Die Entscheidung der AfD stellt den Thüringer Landtag vor eine beispiellose Situation. Da die stärkste Oppositionspartei von Schlüsselpositionen ausgeschlossen bleibt, drohen Störungen im regulären Parlamentsbetrieb. Der Streit unterstreicht die anhaltenden Spannungen um Repräsentation und parlamentarische Verfahren in der Thüringer Region.