Anke Engelke arbeitete sechs Monate bei der Deutschen Bahn – und erlebte harte Realitäten
Reingard FaustAnke Engelke arbeitete sechs Monate bei der Deutschen Bahn – und erlebte harte Realitäten
Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke hat über sechs Monate lang in verschiedenen Rollen bei der Deutschen Bahn gearbeitet. Sie übernahm Aufgaben in der Logistik, ließ sich zur Zugbegleiterin ausbilden und spielte sogar in einer Webserie für das Unternehmen mit. Ihre Zeit beim Bahnkonzern endete Anfang dieses Jahres – begleitet von wachsender Kritik an der Imagekampagne des Unternehmens.
Engelkes Zusammenarbeit begann Ende 2025 im Rahmen der Deutschen-Bahn-Kampagne "Boah, Bahn!". Sie arbeitete praxisnah und erhielt Schulungen, um mit schwierigen Situationen umzugehen – darunter verbale Angriffe und unerwünschte körperliche Übergriffe. Diese Erlebnisse, die sie als belastend beschrieb, gaben ihr einen direkten Einblick in die Herausforderungen, mit denen Bahnmitarbeiter konfrontiert sind.
Während ihres Praktikums produzierte sie eine zehnteilige Webserie, in der sie Tina spielte, eine fiktive Zugchefinnen. Die Serie sollte das Leben auf der Schiene zeigen, doch die Kampagne stieß auf massive Kritik. Bis Februar 2026 wurde sie eingestellt, nachdem ein Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz bei einem brutalen Angriff getötet worden war. Kritiker monierten, dass die für Werbung ausgegebenen Gelder besser in Sicherheitsmaßnahmen für das Personal fließen sollten – etwa Körperkameras oder verbesserte Pausenräume.
Trotz der Kontroversen äußerte sich Engelke positiv über ihre Zeit bei der Bahn. Sie reist selbst häufig mit dem Zug, trägt dabei aus Schutz eine Maske und berichtet, dass Fahrgäste sie meist freundlich behandeln – möglicherweise, weil sie sie erkennen. Als langjährige Fürsprecherin dafür, neue Berufe auszuprobieren, bezeichnete sie die Erfahrung als aufschlussreich, auch wenn die Kampagne selbst weder die Arbeitsbedingungen noch das öffentliche Image der Bahn verbessern konnte.
Die Initiative "Boah, Bahn!" wurde nach nur vier Monaten eingestellt – ohne nachhaltige Veränderungen für die Beschäftigten. Engelkes Engagement lenkte zwar die Aufmerksamkeit auf den Alltag der Bahnmitarbeiter, doch das abrupten Ende der Kampagne rückte die Forderungen nach besserem Schutz wieder in den Fokus. Ihre Zeit bei der Deutschen Bahn bleibt ein kurzes, aber bemerkenswertes Kapitel in ihrer Karriere.