25 April 2026, 20:11

Antifaschistische Initiative protestiert gegen rechtsextremes Portal Nius in Berlin-Kreuzberg

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent 'Öffnet die Grenzen, rettet Leben, bekämpft Faschismus' vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Antifaschistische Initiative protestiert gegen rechtsextremes Portal Nius in Berlin-Kreuzberg

Aktive Antifaschist:innen veranstalten Informationsveranstaltung in Berlins Kreuzberg gegen das rechtsextreme Medienportal "Nius"

In Berlins Kreuzberger Szeneviertel fand eine Informationsveranstaltung statt, bei der sich Antifaschist:innen kritisch mit dem rechtsextremen Medienportal Nius auseinandersetzten. Die Organisator:innen rechneten zwar mit möglichen Störungen durch Anhänger:innen von Nius, doch der Saal füllte sich mit rund 250 Teilnehmenden, die über Strategien des Widerstands diskutierten.

Die Veranstaltung fand in der Nähe des Dragonerareals statt, wo Redner:innen Nius als "digitalen Pranger" brandmarkten, der unter dem Deckmantel des Journalismus Klischees verbreite und gezielt Angriffe führe. Manche bezeichneten das Portal als "Hetzeplattform", die Spaltung schüre, statt sachlich zu berichten.

Nius hatte die Veranstaltung im Vorfeld aggressiv beworben und die Initiative "Nein zu Nius" pauschal als "linksextrem" und "steuerfinanziert" abgetan. Trotz seiner kämpferischen Rhetorik bleibt das Portal jedoch ein Nischenmedium – es schafft es nicht unter die Top 100 der deutschen Onlinemedien und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro.

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Teilnehmende berichteten über Besorgnis erregende Entwicklungen: Nius trage maßgeblich zur Eskalation digitaler Gewalt bei, darunter Vergewaltigungsdrohungen, Todesdrohungen und gehässige Beleidigungen gegen seine Ziele. Im Mittelpunkt der Diskussion standen auch Solidaritätsbekundungen und Mobilisierungsstrategien gegen den Einfluss rechtsextremer Medien.

Im Anschluss war eine Kundgebung vor den Nius-Büros in der Ritterstraße geplant. Die Veranstaltung selbst verlief ohne Zwischenfälle, obwohl sich die Organisator:innen auf mögliche Konfrontationen – etwa durch auftauchende Nius-Mitarbeiter:innen – vorbereitet hatten.

Hinter Nius steht finanziell der Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Führung unterhält. Diese Unterstützung wirft Fragen nach den politischen Verflechtungen und Geldgebern des Portals auf.

Die Veranstaltung zeigte das wachsende Engagement gegen die Methoden von Nius und dessen Einfluss auf die öffentliche Debatte. Da Aktivist:innen weitere Proteste ankündigten, steht das Portal weiterhin in der Kritik – sowohl wegen seiner redaktionellen Praxis als auch wegen der prekären finanziellen Lage. Die Diskussion machte zudem deutlich, wie besorgniserregend der Aufstieg rechtsextremer Medien in Deutschland insgesamt ist.

Quelle