Apotheken in Deutschland bleiben gut erreichbar – doch Reformen werden gefordert
Hilda Dussen vanApotheken in Deutschland bleiben gut erreichbar – doch Reformen werden gefordert
Der Zugang zu Apotheken in Deutschland bleibt trotz eines leichten Rückgangs in den letzten Jahren gut. Eine neue Studie des Iges-Instituts zeigt, dass fast jeder weiterhin eine Apotheke mit dem Auto innerhalb von 10 bis 15 Minuten erreichen kann. Dennoch haben Sorgen über Schließungen Forderungen nach einer Reform der Apothekenfinanzierung laut werden lassen.
Zwischen 2020 und 2025 sank der Anteil der Menschen, die eine Apotheke innerhalb von sechs Kilometern mit dem Auto erreichen können, um nur 0,6 Prozentpunkte. Dennoch müssen nun lediglich 0,1 Prozent der Bevölkerung mit längeren Fahrzeiten rechnen. Auch der Rückgang der fußläufigen Erreichbarkeit fiel moderat aus: Noch immer können 41,6 Prozent der Deutschen eine Apotheke innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichen – allerdings sind das 1,7 Millionen Menschen weniger als 2020.
Fast zwei Drittel der Arztpraxen haben eine Apotheke in maximal zehn Minuten Gehweite. Über 90 Prozent sind mit dem Auto in fünf Minuten oder weniger bei einer Apotheke. Die Studie ergab zudem, dass Regionen mit einer hohen Apothekendichte tendenziell mehr Schließungen verzeichnen, während Gebiete mit weniger Apotheken ein geringeres Risiko haben, weitere zu verlieren.
Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland betonen, dass das aktuelle System eine gute Versorgung sicherstelle. Auf einer parlamentarischen Anhörung zum Apothekenversorgungsstärkungsgesetz legten die Barmer und der GKV-Spitzenverband Berichte vor, die ihre Position stützen. Der GKV-Spitzenverband drängt nun auf Reformen bei der Vergütung von Apotheken, um die flächendeckende Versorgung langfristig zu gewährleisten.
Die Daten deuten darauf hin, dass der Zugang zu Apotheken in Deutschland nach wie vor hoch ist und die meisten Menschen diese schnell mit dem Auto oder zu Fuß erreichen können. Der leichte Rückgang der fußläufigen Erreichbarkeit und die Forderungen nach Finanzierungsreformen zeigen jedoch, dass der Sektor weiterhin im Wandel ist. Die Krankenkassen beobachten die Entwicklung genau, um die langfristige Verfügbarkeit von Medikamenten zu sichern.
