Arbeitsagentur: Thüringer Arbeitsmarkt unter besonderem Druck - Arbeitsagentur: Thüringer Arbeitsmarkt unter besonderem Druck
Thüringens Arbeitsmarkt unter besonderem Druck
Thüringens Arbeitsmarkt unter besonderem Druck
Thüringens Arbeitsmarkt unter besonderem Druck
- Dezember 2025
Thüringens Arbeitsmarkt steht vor den größten Herausforderungen seit sieben Jahren. Die Arbeitslosigkeit hat mittlerweile den Pandemie-Höchststand überschritten – im November 2025 waren 67.984 Menschen ohne Job. Während einige Branchen kämpfen, bietet etwa das Baugewerbe Wachstumschancen – vorausgesetzt, Arbeitnehmer passen sich durch Weiterbildung an.
Die aktuellen Zahlen zeigen: Die Arbeitslosenquote in Thüringen liegt so hoch wie seit 2018 nicht mehr. Im November 2025 waren 67.984 Menschen ohne Beschäftigung – mehr als die 64.427, die im Pandemie-Höhepunkt im November 2020 registriert wurden. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit steigt und nähert sich der 40-Prozent-Marke an – ein Trend, der sich ebenfalls im Nachbarland Sachsen-Anhalt abzeichnet.
Die regionalen Unterschiede bleiben jedoch eklatant: Während der Landkreis Eichsfeld eine vergleichsweise niedrige Quote von rund 4 Prozent verzeichnet, liegt Erfurt bei 10,2 Prozent. Die Bundesagentur für Arbeit fungiert als zentrale Anlaufstelle, vermittelt Arbeitsuchende in offene Stellen und bietet neben der Arbeitsvermittlung auch Berufsberatung an. Trotz des Abschwungs bleiben landesweit rund 15.000 Stellen unbesetzt. Fast 80 Prozent davon erfordern qualifiziertes Personal – eine Diskrepanz zwischen Nachfrage und verfügbaren Fähigkeiten. Auch die Zahl der Ausbildungsplätze steigt, was jungen Menschen Perspektiven eröffnet, Unternehmen jedoch vor die Herausforderung stellt, die Positionen zu besetzen. Besonders betroffen sind die Zulieferindustrie für den Automobilsektor sowie energieintensive Branchen wie Glas und Keramik. Gleichzeitig sollen staatliche Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit Unternehmen und Kommunen entlasten.
Markus Behrens, Regionalchef der Bundesagentur für Arbeit, sieht im Baugewerbe Potenzial – sofern Mitarbeiter sich weiterqualifizieren. Ausländische Arbeitskräfte tragen seit 2017 maßgeblich zum Beschäftigungswachstum in Thüringen bei. Aktuell sind über 80.000 nicht-deutsche Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt und mildern so den Fachkräftemangel in einigen Bereichen.
Thüringens Arbeitsmarkt steht am Scheideweg: Einerseits erreicht die Arbeitslosigkeit ein Sieben-Jahres-Hoch, andererseits bleiben Tausende Stellen unbesetzt. Die Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften und die Bemühungen um Weiterbildung werden die wirtschaftliche Zukunft des Landes prägen. Gezielte Investitionen und die Unterstützung durch die Arbeitsagentur sollen den Wandel für betroffene Branchen erleichtern.
