22 March 2026, 20:18

Berlin feiert Newroz als Fest des Widerstands und der kulturellen Vielfalt

Ein farbenfrohes chinesisches Neujahrsfest in Amsterdam mit einer Löwen-Tanz-Performance vor einer Zuschauermenge, einige halten Kameras, vor einem Hintergrund aus Gebäuden, Laternenmasten und einem klaren blauen Himmel.

Berlin feiert Newroz als Fest des Widerstands und der kulturellen Vielfalt

Berlin feiert Newroz – das antike Fest zum persischen Neujahr – mit einer Reihe öffentlicher Veranstaltungen in der ganzen Stadt. Zum ersten Mal richten renommierte Veranstaltungsorte wie das Humboldt Forum und das Haus der Kulturen der Welt kostenlose Festivitäten aus, die Tradition mit kulturellem Widerstand verbinden. Das von Millionen Menschen weltweit begangene Fest bleibt in Ländern wie dem Iran und Afghanistan verboten – was den diesjährigen Feierlichkeiten zusätzliche politische Brisanz verleiht.

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Das Humboldt Forum hat Newroz in sein Jahresprogramm "Beziehungen: Familie" aufgenommen und präsentiert es als ein "interkulturelles Familienfest". Von Freitag bis Samstag stehen Drachenbau, Eierbemalen und traditionelle Tänze auf dem Programm, ergänzt durch klassische Musik und Konzerte kurdischer Rockbands. Sieben Berliner Vereine wirken mit, um kurdische, zentralasiatische, usbekische, iranische und afghanische Bräuche vorzustellen.

Im Haus der Kulturen der Welt rückt dagegen die persische Kultur und insbesondere Künstlerinnen in den Mittelpunkt – mit einem besonderen Fokus auf den Iran. Die Kuratorin beschrieb Newroz hier als einen "Akt des Widerstands" gegen die Unterdrückung des Festes durch das islamische Regime im Iran. Gleichzeitig veranstalten auch das Gorki Theater und der Oranienplatz eigene Feiern und erweitern so die Reichweite des Festivals in der Stadt.

Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Newroz zwischen Schmerz und Hoffnung: iranische und afghanische Perspektiven" untersucht die Rolle des Festes in Zeiten der Repression. Die Veranstaltung thematisiert, wie Newroz, das in der zoroastrischen Tradition verwurzelt ist, in mehreren Ländern – darunter Afghanistan und der Iran – verboten wurde, wo die Behörden ideologische Gleichschaltung erzwingen wollen.

Traditionell wird Newroz in über zwölf Ländern gefeiert – von Afghanistan und dem Iran, wo die Teilnahmequote über 98 Prozent liegt, bis hin zu Tadschikistan, Turkmenistan und Regionen in der Türkei und im Irak. Trotz seiner großen kulturellen Bedeutung zwingen politische Restriktionen viele Gemeinschaften dazu, das Fest im Geheimen oder im Exil zu begehen.

Der Eintritt zu allen Newroz-Veranstaltungen im Humboldt Forum und im Haus der Kulturen der Welt ist frei. Die Festivals verbinden Musik, Diskussionen und traditionelle Aktivitäten und bieten so einen seltenen öffentlichen Raum für Gemeinschaften, die von Repression betroffen sind. Berlins Feiern unterstreichen sowohl den kulturellen Reichtum von Newroz als auch die anhaltenden politischen Kämpfe, die damit verbunden sind.

Quelle