Berlin startet historischen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit und Hassgewalt
Adriana HaufferBerlin startet historischen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit und Hassgewalt
Berlin startet neue Strategie für mehr Sicherheit queerer Menschen
Berlin hat einen umfassenden Aktionsplan vorgestellt, um die Sicherheit queerer Menschen in der gesamten Stadt zu verbessern. Der Plan ist eine Reaktion auf den besorgniserregenden Anstieg queerfeindlicher Straftaten – allein 2023 wurden 588 Vorfälle registriert, darunter 127 gewalttätige Angriffe. Die Behörden wollen durch eine Kombination aus praktischen Maßnahmen und Unterstützungsangeboten ein sicheres Umfeld schaffen.
Konkrete Veränderungen in öffentlichen Räumen und Institutionen Die Strategie sieht mehrere zentrale Neuerungen vor: In neu gebauten Schulen werden geschlechterneutrale Duschen und Toiletten eingerichtet. Parks und andere Risikobereiche, in denen es bereits zu Übergriffen kam, erhalten eine bessere Beleuchtung, Notrufstationen und eine verstärkte Polizeipräsenzen durch häufigere Streifen.
Veranstalter:innen müssen künftig für Groß- und Kleinveranstaltungen verbesserte Sicherheitskonzepte vorlegen. Zudem richteten alle Berliner Bezirke lokale Beratungsstellen ein, die Betroffenen von Queerfeindlichkeit Hilfe und antidiskriminierende Unterstützungsangebote bieten.
Mehr Sicherheit im Netz und sensibilisierte Behörden Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung queerfeindlicher Hetze im Internet: Eine neue Spezialeinheit soll sich gezielt mit digitaler Gewalt auseinandersetzen. Gleichzeitig erhalten Polizei und Sicherheitskräfte erweiterte Schulungen, um queerspezifische Anliegen fachgerechter zu bearbeiten.
Berlin ist das erste Bundesland in Deutschland, das ein solch ganzheitliches Konzept zur Sicherheit queerer Menschen umsetzt.
Hintergrund: Alarmierende Zahlen zu Hasskriminalität Die Maßnahmen folgen auf die traurige Bilanz von 791 erfassten Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Personen im Jahr 2023. Mit strengeren Sicherheitsvorkehrungen bei Veranstaltungen, sichereren öffentlichen Räumen und besser geschultem Personal will die Stadt Gewalt und Diskriminierung zurückdrängen. Der Plan markiert einen sichtbaren Schritt hin zu mehr Schutz für queere Berliner:innen und Besucher:innen im Alltag.






