BSW in Thüringen: Schutz warnt vor innerparteilichen Grabenkämpfen und fordert Einheit
Berndt MitschkeThüringischer BSW-Politiker: "Kehrt nicht gegen Kritiker an" - BSW in Thüringen: Schutz warnt vor innerparteilichen Grabenkämpfen und fordert Einheit
Thüringer BSW-Politiker: "Führt keinen Krieg gegen Kritiker"
Thüringer BSW-Politiker: "Führt keinen Krieg gegen Kritiker"
Thüringer BSW-Politiker: "Führt keinen Krieg gegen Kritiker"
- Dezember 2025, 12:43 Uhr
Thüringens Digital- und Infrastrukturminister Steffen Schutz hat die Landesgliederung seiner Partei, Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), gegen interne Kritik in Schutz genommen. Auf dem Bundesparteitag des BSW in Magdeburg positionierte er die Gruppe als stabile Kraft für Frieden und warnte davor, die regionalen Erfolge der Partei kleinzureden.
Schutz, der kürzlich seine Kandidatur für ein Bundesvorstandsamt angekündigt hat, bezog sich in seiner Rede auf historischen Widerstand und zitierte dabei Martin Luthers berühmten Satz: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders."
Seine Ansprache erfolgte nach monatelangen Spannungen innerhalb des BSW. Anfang des Jahres hatte er sich nach einem Machtkampf mit der Parteigründerin Sahra Wagenknecht aus der erneuten Kandidatur als Landesvorsitzender zurückgezogen. Dennoch bleibt er eine zentrale Figur in Thüringens Koalitionsregierung, in der er mit CDU und SPD zusammenarbeitet.
Auf dem Parteitag erntete Schutz für seine Worte nur verhaltenen Applaus von den 660 anwesenden Delegierten. Der Tagungsleiter Alexander Ulrich hatte die Teilnehmer zuvor aufgefordert, auf Buhrufe gegen Redner zu verzichten – ein Zeichen für die inneren Zerwürfnisse der Partei. Schutz wies die Vorstellung zurück, der BSW habe in Thüringen mit 16 Prozent der Stimmen nur einen Zufallserfolg erzielt, und betonte, die Partei dürfe sich nicht an den Rand drängen lassen.
Gleichzeitig lehnte er Kritik von Wagenknecht ab, die wiederholt die Arbeit der Thüringer Landesregierung infrage gestellt hatte. "Das ist unser Auftrag – nicht gegen die eigenen Kritiker in den Krieg zu ziehen", erklärte Schutz und präsentierte das BSW als einzige konsequente Friedenspartei im politischen Spektrum.
Für Verwirrung sorgte unterdessen eine falsche Zuordnung in einigen Berichten: Der Thüringer Politiker Georg Maier, der ebenfalls für den Bundesvorstand kandidiert, wurde irrtümlich mit Schutz’ Rede in Verbindung gebracht. Maier, der wie Schutz als Digital- und Infrastrukturminister in der Koalition tätig ist, stand jedoch in keinem direkten Bezug zu der Ansprache.
Mit seiner Bewerbung um den Bundesvorstand signalisiert Schutz seinen Willen, die künftige Ausrichtung des BSW mitzugestalten. Seine Verteidigung der Thüringer Landesgliederung spiegelt die grundsätzlichen Debatten über Strategie und Einheit der Partei wider. Das Ergebnis seiner Kandidatur könnte mitbestimmen, wie der BSW künftig regionale Stärke mit bundespolitischen Ambitionen in Einklang bringt.
