BSW in Thüringen trotzt innerparteilichen Krisen und hält Koalition stabil
Hilda Dussen vanThüringen - der letzte stabile BSW-Standort? - BSW in Thüringen trotzt innerparteilichen Krisen und hält Koalition stabil
BSW in Thüringen hält trotz wachsender Spannungen anderswo stand
Trotz zunehmender Turbulenzen in anderen Bundesländern bleibt das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Thüringen stabil. Zwar ist die Unterstützung für die Partei seit der Landtagswahl 2024 stark gesunken, doch die Koalition mit CDU und SPD hält weiter. Ein kürzlich verabschiedeter Zweijahreshaushalt sichert der Regierung nun die Handlungsfähigkeit bis 2027.
Seit der letzten Wahl hat das BSW in Thüringen Rückschläge hinnehmen müssen. Umfragen vom Dezember 2024 zeigten, dass die Zustimmung auf nur noch sieben Prozent gefallen ist – etwa die Hälfte des vorherigen Werts. Dennoch bleibt die Zusammenarbeit innerhalb der Landesregierung zwischen Schlüsselfiguren wie Katja Wolf und Steffen Schutz intakt. Ihre Partnerschaft hat dazu beigetragen, die sogenannte „Brombeer-Koalition“ mit CDU und SPD aufrechtzuerhalten.
Zwei der 15 BSW-Abgeordneten im Thüringer Landtag haben öffentlich die Ausrichtung der Koalition infrage gestellt. Auch aus der Basis kommen vermehrt kritische Stimmen, die die Unzufriedenheit in anderen Bundesländern widerspiegeln. In Brandenburg etwa ist das Bündnis zwischen BSW und SPD komplett zerbrochen, nachdem Abgeordnete die Partei verließen und interne Machtkämpfe eskalierten. Nach dem Scheitern betonte Frank Augsten, Fraktionschef des BSW in Thüringen, die Entschlossenheit seiner Partei, eine stabile Regierungsführung zu gewährleisten.
Der Politikwissenschaftler Torsten Oppelland stellt fest, dass der Thüringer BSW-Landesverband „stabiler und ruhiger“ wirke als die Gliederungen in Sachsen-Anhalt, Hamburg oder Bayern, wo interne Konflikte zunehmen. Gleichzeitig kommt es weiterhin zu Spannungen zwischen der Landesvorsitzenden Katja Wolf und der Parteigründerin Sahra Wagenknecht über die Koalitionsstrategie. Trotz dieser Differenzen sorgt die jüngste Verabschiedung des Haushalts für 2026 und 2027 dafür, dass die Regierung vorerst ohne akuten finanziellen Druck agieren kann.
Fürs Erste hat sich das BSW in Thüringen dank eines soliden Haushalts und einer funktionierenden Koalition behauptet. Doch mit schwindender Unterstützung und anhaltenden inneren Spannungen bleibt die langfristige Stabilität der Partei ungewiss. Der Kontrast zum Kollaps in Brandenburg zeigt sowohl die Risiken als auch die Widerstandsfähigkeit der Thüringer Regierung auf.
