Buchenwald-Überlebender Raymond Renaud mit 102 Jahren gestorben
Hilda Dussen vanWeimar trauert um Ehrenbürger und Zeitzeuge Raymond Renaud - Buchenwald-Überlebender Raymond Renaud mit 102 Jahren gestorben
Raymond Renaud, ein französischer Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald, ist tot. Weimarer Oberbürgermeister Peter Kleine würdigte ihn in einem Nachruf und bezeichnete seinen Tod als eine tiefe Lücke im Gedächtnis und Herzen der Stadt. Renaud wurde am 13. Juli 1923 in Palinges (Saône-et-Loire) geboren und im September 1943 nach Buchenwald deportiert. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 21.448. Noch vor seiner Inhaftierung hatte er eine Kiste mit Waffen in einem Feld nahe seinem Zuhause vergraben. Nach seiner Befreiung kehrte Renaud im Mai 1945 in seine Heimatstadt zurück. Trotz der erlittenen Grausamkeiten widmete er die folgenden Jahrzehnte seinem Einsatz für Erinnerungskultur – stets mit Wärme und Mitgefühl. In den letzten 20 Jahren arbeitete er eng mit Schulklassen zusammen, berichtete als Zeitzeuge von der Vergangenheit und mahnte die Jugend, die Lehren daraus nicht zu vergessen. Für sein Engagement wurde er 2022 zum Ehrenbürger Weimars ernannt. Zudem war er Ritter der französischen Ehrenlegion. Bis zu seinem Tod lebte er in seinem Haus in Palinges, besuchte Weimar jedoch regelmäßig, um mit jungen Menschen über seine Erlebnisse zu sprechen. Renaud wurde 102 Jahre alt. Durch seine Arbeit mit Schülerinnen und Schülern und seine Präsenz in Weimar sorgte er dafür, dass seine Botschaft von Wachsamkeit und Menschlichkeit weit über sein eigenes Überleben hinaus wirkt.
