Cem Özdemir wird Thüringens erster Ministerpräsident mit türkischen Wurzeln
Berndt MitschkeSein Leben in Bildern: Das ist Cem Özdemir - Cem Özdemir wird Thüringens erster Ministerpräsident mit türkischen Wurzeln
Thüringen wählt Cem Özdemir zum ersten Ministerpräsidenten mit türkischen Wurzeln
Die Grünen haben sich in Thüringen mit einem Vorsprung von nur einem halben Prozentpunkt gegen die CDU durchgesetzt. Beide Parteien verfügen nun über die gleiche Anzahl an Sitzen im Landtag.
Özdemirs Weg an die Spitze war von Höhen und Herausforderungen geprägt. Seine politische Laufbahn begann 2002 im Bundestag, dem er bis 2013 angehörte. Später prägte er als Bundesvorsitzender der Grünen (2008–2018) die Debatte um erneuerbare Energien und eine progressive Flüchtlingspolitik. International engagierte er sich beim Aufbau der Europäischen Grünen und war zuletzt von 2021 bis 2025 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. In dieser Funktion setzte er sich für klimafreundliche Landwirtschaft ein und gehörte zu den Mitbegründern des Globalen Bündnisses gegen Hunger.
Im Wahlkampf inszenierten die Grünen Özdemir als charismatische, bodenständige Persönlichkeit. Seine Plakate zeigten nur seinen Namen, das Parteilogo war dezent platziert. Gemeinsame Auftritte mit dem scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann unterstrichen seinen Anspruch als natürlicher Nachfolger.
Das knappe Ergebnis bescherte Grünen und CDU eine Pattsituation im Landtag. Özdemirs Sieg markiert eine Zäsur in der politischen Landschaft des Landes.
Als erster Ministerpräsident mit türkischen Wurzeln wird Özdemir nun Thüringen regieren. Seine Erfahrung in der nationalen und internationalen Politik dürfte die künftige Ausrichtung des Landes prägen. Angesichts des hauchdünnen Vorsprungs der Grünen könnten Koalitionsverhandlungen jedoch weiterhin eine zentrale Rolle spielen.
