DATI-Gründung in Erfurt platzt: Thüringen verliert Millionen-Investition und Innovationschance
Berndt MitschkeBundesforschungsbehörde kommt nicht nach Erfurt - DATI-Gründung in Erfurt platzt: Thüringen verliert Millionen-Investition und Innovationschance
Pläne für die Gründung der Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI) in Erfurt sind überraschend vom Tisch. Die Entscheidung fiel, nachdem die Ampel-Koalition auf Bundesebene ihre Zusammenarbeit einstellte – obwohl das Projekt bereits genehmigt und finanziert war. Die politische Führung Thüringens kritisiert den Schritt als schweren Rückschlag für die Region.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stoppte das DATI-Vorhaben kurz nachdem das Konzept dem Kabinett vorgestellt worden war. Zwar räumte das Ministerium ein, dass die Aufgaben der Agentur – etwa die beschleunigte Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis – dringend benötigt würden, doch konkrete Alternativen wurden nicht genannt. Bereits 714,32 Millionen Euro waren für Personal- und Betriebskosten bis 2029 vorgesehen.
Die Absage war bereits im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung angekündigt worden. Bis zum Nachmittag der Bekanntgabe hatte das Forschungsministerium noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Christian Schaft, fraktionsvorsitzender der Linken im Thüringer Landtag, bezeichnete die Entscheidung als „vollständiges Versagen“ der Bundesministerin. Er forderte sichtbaren Widerstand vonseiten der Thüringer Landesregierung und ein klares Bekenntnis dazu, die Agentur in Erfurt zu halten. Der DATI-Sitz hätte der Stadt erhebliche Investitionen gebracht und Thüringens Ruf als wichtiger Wissenschaftsstandort gestärkt.
Mit der Streichung entfällt der erhoffte wirtschaftliche und wissenschaftliche Aufschwung für Erfurt. Die bereitgestellten Mittel bleiben nun ungenutzt, und die Zukunft der geplanten DATI-Aufgaben ist ungewiss. Die Verantwortlichen in Thüringen verlangen dringend Aufklärung über das weitere Vorgehen.
