20 January 2026, 09:18

Deutsche Bahn streicht frühe ICE-Züge – Pendler und Politiker protestieren

Ein roter und gelber Zug fährt auf Schienen, mit einer Brücke auf der einen Seite und einem Geländer auf der anderen, während Strommasten, Bäume, Gebäude und ein klarer blauer Himmel im Hintergrund zu sehen sind.

Reduzierte Fernverkehrszüge Nach Bahnsanierung - Deutsche Bahn streicht frühe ICE-Züge – Pendler und Politiker protestieren

Die Deutsche Bahn hat zwei frühmorgendliche ICE-Verbindungen von Rostock über Schwerin nach Hamburg wegen umfangreicher Gleissanierungen gestrichen. Die Entscheidung sorgt in Mecklenburg-Vorpommern bei Politikern und Pendlerinnen und Pendlern für scharfe Kritik. Vertreter der Region werfen dem Unternehmen vor, der neue Fahrplan komme für viele Reisende, die auf diese Verbindungen angewiesen sind, zu spät.

Der erste ICE von Rostock nach Hamburg fährt nun erst um 7:04 Uhr ab und trifft um 9:12 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof ein. Die Streichung der früheren Verbindungen begründet die Deutsche Bahn mit zu geringer Nachfrage für eine Abfahrt um 5:00 Uhr.

Verkehrsminister Wolfgang Blank verurteilte die Entscheidung scharf. Er betonte, wie wichtig es sei, auch nach der Sanierung der Strecke Hamburg–Berlin eine frühe ICE-Verbindung beizubehalten. Kritiker wie Blank befürchten, dass der neue Fahrplan für Berufspendler erhebliche Probleme mit sich bringen wird. Die Deutsche Bahn verteidigte die Änderungen und verwies auf den Regionalexpress RE 1 als Alternative. Reisende könnten diesen Zug für frühere Abfahrten nutzen – die Fahrzeit sei nur etwa 20 Minuten länger als mit dem ICE. Doch viele halten dies nicht für einen gleichwertigen Ersatz.

Auch Oppositionspolitiker meldeten sich zu Wort. CDU-Landeschef Daniel Peters kündigte an, Gespräche mit der neuen DB-Chefin Evelyn Palla zu suchen, um die Streichungen zu thematisieren. AfD-Sprecher Stephan J. Reuken warf der Landesregierung unterdessen vor, von den Plänen gewusst, aber nicht gehandelt zu haben.

Die Absage der frühen ICE-Züge zwingt nun viele Fahrgäste, ihre täglichen Abläufe umzustellen. Die Deutsche Bahn beharrt darauf, dass der RE 1 eine tragfähige Alternative biete, doch die Kritiker bleiben skeptisch: Die Änderungen würden unnötige Härten schaffen. Der Streit zeigt einmal mehr die Spannungen zwischen regionalen Verkehrsbedürfnissen und der bundesweiten Bahnplanung auf.

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