Deutschland wird zum Strom-Importland – und Frankreich liefert den Atomstrom
Hilda Dussen vanDeutschland wird zum Strom-Importland – und Frankreich liefert den Atomstrom
Deutschlands Abhängigkeit von importiertem Strom ist seit der Abschaltung seiner letzten Kernkraftwerke stark gestiegen. 2024 stiegen die Importe im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Viertel an. Frankreich, mit seinem langjährigen Atomprogramm, hat sich zum wichtigsten Lieferanten von Kernenergie entwickelt.
Die deutschen Stromeinfuhren erhöhten sich 2024 um 23,2 Prozent auf 66,8 Terawattstunden (TWh). 2025 sank die Zahl leicht auf knapp unter 65,0 TWh. Gleichzeitig gingen die deutschen Stromexporte 2024 um 10 Prozent auf 35,1 TWh zurück, bevor sie 2025 wieder um 22 Prozent auf 43,1 TWh stiegen.
Frankreich hat einen Großteil der Lücke geschlossen, die durch den deutschen Atomausstieg entstanden ist. 2025 lieferte das Land etwa 9,5 TWh Atomstrom an seinen Nachbarn und war damit die größte Einzelquelle. Insgesamt stammten 14,3 TWh der deutschen Importe in diesem Jahr aus Kernkraft. Der Trend beschleunigte sich gegen Ende 2025: Die französischen Atomstromexporte nach Deutschland stiegen in den letzten vier Monaten auf 3,9 TWh – ein Anstieg gegenüber 3,1 TWh im gleichen Zeitraum 2024.
Um die Versorgung aufrechtzuerhalten, verlängert Frankreich die Laufzeit seiner bestehenden Reaktoren auf 50 oder sogar 60 Jahre. Zudem plant das Land ab 2038 den Bau von sechs neuen Kernkraftwerken, mit der Option für weitere acht. Seit diesen Beschlüssen wurden keine aktualisierten Zahlen zur gesamten französischen Erzeugungskapazität veröffentlicht.
Deutschland importiert inzwischen mehr Strom, als es exportiert, und hat damit seine frühere Rolle als Nettoexporteur umgekehrt. Französischer Atomstrom ist zu einem zentralen Bestandteil des deutschen Energiemix geworden, wobei die Importe kontinuierlich steigen. Diese Entwicklung spiegelt den deutschen Ausstieg aus der heimischen Kernenergieerzeugung und die anhaltenden französischen Investitionen in die Atomkraft wider.






