Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk geht in Leipzig-Grünau ans Netz
Adriana HaufferDeutschlands größtes Solarwärmekraftwerk geht in Leipzig-Grünau ans Netz
In Leipzigs Stadtteil Grünau ist Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk in Betrieb gegangen. Das Vorhaben ist Teil einer bundesweiten Initiative zum Ausbau nachhaltiger Wärmeversorgung. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter hat die Anlage offiziell ans Netz angeschlossen.
Das Kraftwerk erstreckt sich über 14 Hektar und nutzt 13.200 Vakuumröhrenkollektoren des Marktführers Ritter. Mit einer Spitzenleistung von 41 Megawatt kann es im Sommer etwa ein Fünftel des Leipziger Wärmebedarfs decken – im Winter sinkt der Beitrag jedoch auf nur wenige Prozent.
Die Leipziger Stadtwerke investierten rund 40 Millionen Euro in das Projekt, davon 16 Millionen aus Bundesfördermitteln und weiteren Zuschüssen. Eine moderne Steuerungstechnik ermöglicht es der Anlage, sich automatisch an die Sonneneinstrahlung anzupassen. Um die winterliche Versorgungslücke zu schließen, plant Leipzig die Einbindung eines „Power-to-Heat“-Systems sowie die Einspeisung von Abwärme aus dem Chemiestandort Leuna ins Fernwärmenetz.
Ähnliche Solarwärmeprojekte entstehen derzeit in Dresden, Potsdam, Mühlhausen und Greifswald. Trotz ihrer Effizienz – sie wandelt Sonnenlicht dreimal effektiver in nutzbare Energie um als Photovoltaik – bleibt die Technologie in Deutschland ein Nischendasein. 2022 wurden hierzulande 16.900 Megawatt neue Solarstromkapazität installiert, aber nur 499 Megawatt Solarwärmeleistung. 2023 sank diese Zahl auf 263 Megawatt, 2024 weiter auf 154 Megawatt.
Das Leipziger Kraftwerk markiert einen wichtigen Schritt in Deutschlands Bestrebungen, die Wärmeversorgung nachhaltiger zu gestalten. Es wird einen spürbaren Teil des städtischen Sommerbedarfs decken und unterstreicht die laufenden Bemühungen, Energiequellen zu diversifizieren und die Effizienz zu steigern.






