Die Unzerstörbare
Die Unzerstörbare
Teaser: Seit den 1950er-Jahren war sie ein Star des deutschen Films und Fernsehens. Mit 94 Jahren ist nun die Schauspielerin mit der rauchigen Stimme gestorben.
28. November 2025, 06:57 Uhr
Ingrid van Bergen, eine der prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Films und Fernsehens seit den 1950er-Jahren, ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Bekannt für ihre mutigen Auftritte und ihre markante Ausstrahlung, blieb sie bis in die jüngste Zeit eine vertraute Erscheinung auf dem Bildschirm.
Geboren wurde sie 1931 in Danzig (heute Gdańsk). Nach dem Krieg absolvierte van Bergen ihre Schauspielausbildung in Hamburg. Schon in den 1950er-Jahren sicherte sie sich Rollen in bedeutenden Filmen wie Des Teufels General, Der eiserne Gustav und Sind wir nicht alle wunderbar? Früh in ihrer Karriere machte sie sich mit satirischen Rollen einen Namen, die die männlich dominierten Konventionen der Zeit herausforderten.
Auch ihr Privatleben sorgte für Schlagzeilen. Viermal war sie verheiratet – zweimal mit den Schauspielern Erich Sehnke und Michael Hinz – und hatte zwei Kinder. Trotz ihres Ruhmes kämpfte sie in späteren Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten und erhielt nur eine geringe Rente. 1977 nahm ihr Leben eine dramatische Wende, als sie ihren jüngeren Liebhaber erschoss. Wegen Totschlags verurteilt, verbüßte sie sieben Jahre Haft, bevor ihre Strafe wegen guten Verhaltens verkürzt wurde. Nach ihrer Entlassung kehrte sie zur Schauspielerei zurück und wirkte 1984 in einem Film von Rosa von Praunheim mit. Später widmete sie sich dem Reality-TV: 2009 gewann sie die RTL-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! und wurde von den Zuschauern zur „Königin der Herzen“ gekürt. Vier Jahre später präsentierte der Modeschöpfer Guido Maria Kretschmer sie als Siegerin seiner Styling-Doku Shopping Queen.
Mit Ingrid van Bergens Tod endet eine Ära der deutschen Unterhaltungsbranche. Ihre Karriere umfasste Jahrzehnte und Genres – vom klassischen Kino bis zum Reality-Fernsehen. Sie hinterlässt ein Erbe der Widerstandsfähigkeit und ständigen Neuerfindung, sowohl vor als auch hinter der Kamera.
