Dieter Nuhrs Femizid-Äußerungen lösen Empörungssturm aus – was steckt dahinter?
Adriana HaufferDieter Nuhrs Femizid-Äußerungen lösen Empörungssturm aus – was steckt dahinter?
Der Komiker Dieter Nuhr hat nach Äußerungen in einer jüngsten Fernsehsendung heftige Kritik geerntet. Seine Bemerkungen in der Ausgabe von Nuhr im Ersten XXL vom 18. Juni lösten eine Welle der Empörung aus – viele werfen ihm vor, das Problem des Femizids zu verharmlosen.
In der Sendung argumentierte Nuhr, Männer würden pauschal und übertrieben unter Generalverdacht gestellt. Besonders kritisierte er den Begriff „strukturell“, der seiner Meinung nach allen Männern eine Kollektivschuld zuweise. Zudem behauptete er, die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Femizid-Täter zu treffen, sei „extrem gering, fast bei null“.
Nuhr betonte zwar, jeder Femizid sei inakzeptabel, beharrte jedoch darauf, dass das Risiko bei der Partnerwahl minimal sei. Später wies er Vorwürfe zurück, er habe solche Verbrechen verharmlost. In einem Facebook-Post erklärte er, er habe „niemals über Femizid gewitzelt und werde es auch nie tun“.
Kritiker verurteilten seine Aussagen als pietätlos und verwiesen auf offizielle Statistiken: Allein 2024 wurden in Deutschland 328 Mädchen und Frauen getötet. Zudem seien hierzulande fast 80 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt weiblich.
Im Mittelpunkt der Debatte steht Nuhrs Verteidigung von Männern gegen das, was er als pauschale Diffamierung bezeichnet. Seine Äußerungen haben die Diskussion über die Darstellung geschlechtsspezifischer Gewalt in der öffentlichen Debatte neu entfacht. Die offiziellen Zahlen zu Femizid-Fällen bleiben dabei ein zentraler Bezugspunkt.
