Doppeltes Spiel: Thüringer Unternehmer sitzt für CDU und AfD im Rat
Berndt MitschkeDoppeltes Spiel: Thüringer Unternehmer sitzt für CDU und AfD im Rat
Ein Unternehmer aus Thüringen sorgt für Aufsehen, weil er gleichzeitig politische Ämter für CDU und AfD innehat. Frank Böwe, Gründer eines lokalen Sicherheits- und Veranstaltungsdienstleisters, kandidierte 2022 bei Wahlen für beide Parteien. Seine doppelte Mitgliedschaft hat Kritik einer prominenten Politikerin hervorgerufen.
Frank Böwe gründete 1995 die Böwe Security and Eventservice UG & Co. KG. Das Unternehmen organisiert heute rund 350 Veranstaltungen pro Jahr und beschäftigt 120 Mitarbeiter in Voll- oder Teilzeit.
2022 trat Böwe bei Kommunalwahlen sowohl für die CDU als auch für die AfD an. Aktuell sitzt er für beide Parteien in Stadtrat und Kreistag. Auf Nachfragen zu seinen politischen Verbindungen reagierte er 2024 jedoch nicht.
Im selben Jahr spendete Böwe 11.200 Euro an die CDU. Die Partei hält jedoch an einem Unvereinbarkeitsbeschluss fest, der Mitgliedern die Zusammenarbeit mit der als rechtsextrem eingestuften AfD verbietet.
Die Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuß (Die Linke) kritisiert die CDU dafür, keine klare Haltung gegen die AfD zu beziehen. Sie argumentiert, dass die Annahme von Unterstützung durch Personen mit Verbindungen zu rechtsextremen Parteien dem Ansehen der CDU schade.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die innerparteilichen Spannungen der CDU im Umgang mit der AfD. Böwes doppelte Parteimitgliedschaft und seine finanziellen Zuwendungen bleiben umstritten. Zwar verbieten die Statuten der CDU eine Kooperation mit der AfD – doch sein Beispiel stellt die Durchsetzung dieser Regeln infrage.






