01 February 2026, 14:13

Dorothee Bär glänzt in Astronautenkostüm beim Aachener Karnevalsorden

Ein altes deutsches Propagandaplakat für die Berliner Olympischen Spiele, das einen Mann in Anzug und Hut umgeben von verschiedenen Tieren, Vögeln und einer Flagge zeigt, mit olympischbezogenem Text.

Dorothee Bär glänzt in Astronautenkostüm beim Aachener Karnevalsorden

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) wurde in diesem Jahr mit dem Orden gegen den tierischen Ernst der Aachener Karnevalsgesellschaft ausgezeichnet. Die traditionsreiche Veranstaltung, die Politik und Satire verbindet, erlebte Bär in einem Astronautenkostüm, wo sie in gereimter Rede auch ihren Parteichef Markus Söder auf die Schippe nahm. Bei der Gala glänzten zudem die Grüne Ricarda Lang mit scharfsinnigen Kommentaren und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mit humorvollen Seitenhieben.

Der Orden wider den tierischen Ernst wird seit 1950 vom Aachener Karnevalsverein (AKV) an Persönlichkeiten verliehen, die Humor mit öffentlicher Verantwortung verbinden. Ursprünglich an einen britischen Militärankläger für eine mitfühlende Geste während der Karnevalszeit vergeben, ehrt die Auszeichnung heute vor allem Politiker aller Parteien. Zu den früheren Preisträgern zählen Konrad Adenauer (1959), Helmut Schmidt (1972), Friedrich Merz (2006) – und nun Dorothee Bär.

Bei der diesjährigen Gala betrat Bär in einem weltrauminspirierten Outfit die Bühne und scherzte, die Dunkelheit des Alls erinnere an einen CSU-Parteitag. Spielend schlug sie vor, Markus Söder mit einer Mondrakete ins All zu schicken. Ihre Darstellung fand Lob von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), der sie als "einzigartige Stimme in der CSU" bezeichnete und mehr "Bär" in der Politik forderte.

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Der Abend bot zudem scharfen Witz vom Moderator und Komiker Guido Cantz sowie einen Appell für demokratische Einheit von der ehemaligen Grünen-Co-Vorsitzenden Ricarda Lang, die als Außerirdische kostümiert war. CDU-Mann Carsten Linnemann dämpfte unterdessen Spekulationen über eine weibliche Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier – eine weitere Mischung aus Humor und politischen Untertönen. Die Aufführungen der Aachener Karnevalsgrößen und der Kölner Band Kasalla rundeten das Programm ab.

Die Auszeichnung unterstreicht Bärs Ruf, Leichtigkeit mit politischem Engagement zu verbinden. Die Gala mit ihrer Mischung aus Satire, Musik und parteiübergreifendem Austausch stand einmal mehr in der Karnevalstradition, ernste Themen mit Humor anzugehen. Die diesjährige Veranstaltung festigte den AKV-Orden erneut als Gradmesser der politischen Kultur in Deutschland.