21 April 2026, 18:12

Duisburger Polizeilabor: Von 250.000 Euro auf 4,66 Millionen – wo blieb die Kontrolle?

Eine Gruppe von Polizisten steht vor einem Starbucks-Café mit einem Van auf der rechten Seite und einigen Menschen auf der linken Seite, während im Hintergrund ein Gebäude mit Fenstern, einem Schild, einem Laternenmast und einem Zaun zu sehen ist.

Duisburger Polizeilabor: Von 250.000 Euro auf 4,66 Millionen – wo blieb die Kontrolle?

Hochtechnologie-Polizeilabor in Duisburg gerät unter Kritik: Kosten explodieren von 250.000 auf 4,66 Millionen Euro

Ein innovatives Polizeilabor in Duisburg, das eigentlich die Arbeit der Behörden modernisieren sollte, steht wegen massiv gestiegener Kosten in der Kritik. Statt der ursprünglich veranschlagten 250.000 Euro beliefen sich die Ausgaben am Ende auf 4,66 Millionen Euro – fast das Zwanzigfache. Das Labor, das mit Luxusausstattung und Spitzentechnologie glänzt, verfügt unter anderem über einen Roboterhund, der Beweismaterial vernichten kann.

Das Duisburger Innovationslabor war als zukunftsweisendes Zentrum für die Polizei konzipiert. Doch die Verantwortlichen beim Landesamt für Polizeiliche Dienste (LZPD) verzichteten vor Baubeginn auf eine Kosten-Nutzen-Analyse. Statt sich an den ursprünglichen Finanzrahmen zu halten, stiegen die Ausgaben ins Unermessliche.

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Doch nicht nur die Kosten sorgen für Aufsehen: Das Innere des Labors erinnert weniger an einen klassischen Polizeiarbeitsplatz als vielmehr an ein Luxusrefugium. Die Gestaltung orientiert sich am legendären Bernsteinzimmer, mit samtbezogenen Sesseln in den Konferenzbereichen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen ein Spa-Bereich, eine Minigolfanlage sowie gebrauchte Möbel aus einer Sotheby's-Auktion und dem Nachlass der ehemaligen RBB-Intendantin Patricia Schlesinger zur Verfügung.

Leiter des Labors ist Kriminalhauptkommissar Klaus Brandner, der Gäste persönlich mit Kaffee bewirtet. Die Maschine im Labor bietet 100 individuelle Einstellungen und brüht – den Angaben der Belegschaft zufolge – außergewöhnlich hochwertigen Kaffee. Doch nicht alle Extras dienen dem Komfort: Der Roboterhund Spot wurde ursprünglich programmiert, um sensible Dokumente zu schreddern und zu winzigen Datenpellets zu pressen. Dennoch wirkt der Überwachungsbereich des Labors mittlerweile verlassen – ein kaputter Fernseher und keine Spur vom Roboter sind zu sehen.

Brandner hat bereits angekündigt, das Konzept bei Erfolg auf weitere Polizeidienststellen in Nordrhein-Westfalen übertragen zu wollen.

Mit einer Endsumme von 4,66 Millionen Euro liegt das Labor weit über den ursprünglichen Schätzungen. Die Mischung aus Luxus und Hightech wirft Fragen nach der finanziellen Kontrolle auf. Sollte sich das Modell bewähren, könnten ähnliche Einrichtungen bald in anderen Teilen der Region entstehen.

Quelle