22 January 2026, 20:21

Düsseldorfer Kunstpalast setzt auf unfreundliche Führungen – und begeistert damit Besucher

Eine Person geht durch ein Museum mit Kunst an den Wänden, einer beleuchteten Decke und einer Glasvitrine auf der rechten Seite mit Skulpturen und Gegenständen.

Düsseldorfer Kunstpalast setzt auf unfreundliche Führungen – und begeistert damit Besucher

Ein Düsseldorfer Museum lockt Besucher mit einer ungewöhnlichen Idee: Führungen mit einem absichtlich unfreundlichen Guide

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Das Kunstpalast in Düsseldorf hat eine ausgefallene Methode gefunden, um Besucher anzuziehen – eine Führung mit einem bewusst groben Guide, der die Gäste während der einstündigen Tour mit spitzen Bemerkungen bedenkt. Seit dem Start im Mai sind sämtliche Termine ausverkauft, was selbst die Veranstalter überrascht.

Die Idee stammt vom Museumsdirektor, der sich von getyourguide-ähnlichen Konzepten wie Karen’s Diner inspirieren ließ, wo das Personal die Gäste während des Essens beleidigt. Der Kunstpalast wagte einen ähnlichen Ansatz und bewirbt die Tour als „höchst unangenehm“.

Der Guide, gespielt vom Performance-Künstler Carl Brandi unter dem Pseudonym Joseph Langelinck, beschimpft die Besucher nicht direkt. Stattdessen schafft er eine Atmosphäre der impliziten Herablassung, zeigt mit dem Finger und kritisiert die eigenen Ausstellungen des Museums. Ein Teilnehmer beschrieb die Führung als „sehr witzig und clever“ und lobte die scharfsinnigen Kommentare des Guides zur Kuratierung.

Für umgerechnet etwa 7 Euro pro Stunde ist die Tour ein voller Erfolg. Viele Besucher verlassen das Museum amüsiert, trotz des grantigen Tons. Der Trend spiegelt eine größere Entwicklung in europäischen Museen wider, wo Institutionen zunehmend mit interaktiven und unterhaltsamen Formaten experimentieren, um Ausstellungen lebendiger zu präsentieren.

Die „Grantige-Führung“ hat aus einer ungewöhnlichen Idee einen ausverkauften Hit gemacht. Die Mischung aus Humor und Kritik zieht weiterhin Besucher an. Fürs Erste hat das Museum so einen frischen Weg gefunden, sich in der dicht besetzten Kulturszene abzuheben.