Erfurt plant Mindestpreise für Ride-Hailing-Dienste zum Schutz der Taxibranche
Hilda Dussen vanPflichtpreise für Bolt? Stadt Erfurt reserviert - Erfurt plant Mindestpreise für Ride-Hailing-Dienste zum Schutz der Taxibranche
Die Stadtverwaltung Erfurt prüft die Einführung von Mindestpreisen für Fahrten über Ride-Hailing-Dienste, um den lokalen Taximarkt zu stützen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Konkurrenz zwischen traditionellen Taxis und neuen Anbietern wie Bolt. Eine Entscheidung soll nach einer umfassenden Marktanalyse fallen.
Bolt startete im vergangenen Dezember in Erfurt und brachte zehn Mietwagen in die Stadt – eine zusätzliche Belastung für die rund 90 zugelassenen Taxis vor Ort. Anders als Taxis unterliegen Ride-Hailing-Unternehmen nicht den kommunalen Beförderungsentgelten und bieten oft günstigere Preise an.
In Deutschland gelten Taxis als Teil des öffentlichen Nahverkehrs und müssen sich an festgelegte Tarife halten. Städte wie Essen und Heidelberg haben bereits Mindestpreise für Fahrten mit Mietwagen eingeführt, um den Wettbewerb auszugleichen. Nun plant Erfurt eine detaillierte Untersuchung des Taxi- und Ride-Hailing-Marktes, bevor Änderungen beschlossen werden. Ziel ist es, unfaire Preispraktiken zu verhindern, die Taxifahrer benachteiligen könnten. Ein Zeitplan für eine Entscheidung steht noch nicht fest.
Falls die Mindestpreise eingeführt werden, würden sich die Kosten für Ride-Hailing-Dienste denen der Taxis in Erfurt annähern. Die 90 zugelassenen Taxis der Stadt hätten dann fairere Wettbewerbsbedingungen gegenüber den zehn Fahrzeugen von Bolt. Die endgültige Regelung hängt von den Ergebnissen der anstehenden Marktprüfung ab.
