18 March 2026, 00:49

Erfurts "Mijou" bricht mit Thüringer Tradition – und erlaubt eigenes Trinkgut

Ein Vintage-Plakat, das St. Raphael Quinquina-Wein bewirbt und eine Frau in einem roten Kleid und einen Mann in einem weißen Hemd zeigt.

"Korkgeld" in Thüringen besonders bei Feierlichkeiten beliebt - Erfurts "Mijou" bricht mit Thüringer Tradition – und erlaubt eigenes Trinkgut

In Thüringen ist es fast undenkbar, in einem Restaurant eigenen Wein oder Trinkgut mitzubringen – mit einer Ausnahme: dem "Mijou". Das libysche Restaurant in Erfurt hebt sich ab, indem es einzelnen Gästen erlaubt, gegen eine kleine Gebühr eigenen Alkohol mitzubringen. Die meisten anderen Lokale gestatten dies nur bei großen Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen.

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Das "Mijou" unterscheidet sich von anderen Restaurants in der Region dadurch, dass es selbst keinen Alkohol ausschenkt. Stattdessen dürfen Gäste ihre eigenen Flaschen mitbringen – gegen eine Korkengeldpauschale. Im Schnitt nutzen die Besucher diese Möglichkeit etwa einmal im Monat.

Für die meisten anderen Restaurants in Thüringen bleibt die Praxis eine Seltenheit. Üblicherweise ist das Mitbringen externer Getränke nur bei großen Privatveranstaltungen wie Geburtstagen oder Jubiläen erlaubt. Selbst dann müssen Gäste die Gebühren und Bedingungen im Voraus mit dem Lokal absprechen.

Ein weiterer Grund für den Rückgang dieser Tradition liegt darin, dass viele Restaurants mittlerweile bessere Weinkarten anbieten. Flexible und hochwertige Auswahlen machen es für Kunden überflüssig, eigene Getränke mitzubringen. Bei Veranstaltungen von Weingütern oder Brauereien sind Korkengeldgebühren zwar häufiger üblich, doch das ist eine separate Praxis.

Da es kein gesetzliches Recht gibt, eigene Getränke mitzubringen, können Restaurants die Preise für das Korkengeld selbst festlegen. Manche erheben zusätzlich eine "Servicegebühr" für die Nutzung von Räumlichkeiten, Personal und Geschirr. Wer eine Feier plant, sollte diese Details daher vorher mit dem Lokal klären.

Das "Mijou" bleibt das einzige Restaurant in Thüringen, in dem einzelne Gäste gegen eine Gebühr eigenen Alkohol mitbringen dürfen. In den meisten anderen Lokalen ist diese Option auf große Feiern beschränkt. Kunden sollten die Bedingungen jedoch immer vorher mit dem Restaurant absprechen, bevor sie externe Getränke oder Speisen mitbringen.

AKTUALISIERUNG

Tradition und moderne Praxis: Das Korkengeld in Thüringen

Die Praxis, in Thüringer Restaurants ein 'Korkengeld' zu erheben, hat tiefe Wurzeln, wie Dirk Ellinger vom Dehoga erklärt. Diese Tradition, die seit Jahrzehnten besteht, diente primarily großen Veranstaltungen wie Hochzeiten und Geburtstagen, insbesondere in ländlichen Gebieten. Wichtige Erkenntnisse sind:

  • Variationen in den Gebühren: Bekannt als Gabelgeld oder Gedeckgeld, decken diese Gebühren die Kosten für den Veranstaltungsort, Personal und Tischgeschirr.
  • Veranstaltungen in Weingütern: Winzer zahlten früher oft Korkengeld bei eigenen Feierlichkeiten, was heute jedoch weniger häufig vorkommt.
  • Rückgang der Praxis: Verbesserte Weinangebote haben die Nachfrage nach Mitbringen eigener Getränke reduziert, obwohl die Gebühren weiterhin ein fester Bestandteil der Veranstaltungsplanung sind.