EU-Schutz für 39 deutsche Handwerkskunstwerke – von Porzellan bis Brettspielen
Berndt MitschkeViolins und Porzellan: Schutz für regionale Industrieprodukte - EU-Schutz für 39 deutsche Handwerkskunstwerke – von Porzellan bis Brettspielen
Neue EU-Verordnung schützt jetzt auch handwerkliche und industrielle Regionalprodukte in Deutschland
Bisher konnten nur Agrarerzeugnisse und Alkohol nach EU-Recht geschützt werden. Mit der neuen Regelung erhalten nun 39 deutsche Produkte – von Porzellan bis hin zu Brettspielen – die Chance auf offizielle Anerkennung.
Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) hat 39 deutsche Erzeugnisse identifiziert, die für den Status einer geschützten geografischen Angabe (g.g.A.) infrage kommen. Dazu zählen bekannte Namen wie Meißner und Nymphenburger Porzellan, Erzgebirgische Holzfiguren, Mittenwalder Geigen sowie Ravensburger Brettspiele. Auch Kölnisch Wasser aus Köln und optische Präzisionswaren aus Wetzlar stehen auf der Liste.
Bayern führt mit sieben Kandidaten, darunter Oberammergauer Holzschnitzereien, Schweinfurter Kugellager und Hutschenreuther-Porzellan. Andere berühmte deutsche Produkte wie Bayerisches Bier, Lübecker Marzipan oder Nürnberger Rostbratwürste genießen bereits ähnlichen Schutz – allerdings bisher nur für Lebensmittel und Getränke.
Das Deutsche Patent- und Markenamt in München prüft die Anträge, bevor sie zur endgültigen Genehmigung an das EUIPO weitergeleitet werden. Die EU-Verordnung existiert zwar seit 2023, doch erst an diesem Freitag hat Deutsche Bank sie in nationales Recht umgesetzt. Drei Allgäuer Käsesorten sind bereits nach den alten Regeln geschützt.
Der geschützte Status sichert traditionelles Handwerk, stärkt regionale Arbeitsplätze und steigert die Bekanntheit lokaler Produkte. Hersteller können ihre Waren nun registrieren lassen und so langfristige Anerkennung sowie wirtschaftliche Vorteile für ihre Regionen sichern. Die ersten Entscheidungen über neue Anträge werden in den kommenden Monaten erwartet.
