EU streitet über Aufschub der Methanregeln für Öl- und Gasimporte
Die Regierungen der EU debattieren über eine Verschiebung der neuen Vorschriften zu Methanemissionen für importiertes Öl und Gas. Deutschland hat sich gemeinsam mit zwölf weiteren Mitgliedstaaten für eine dreijährige Aussetzung ausgesprochen. Die Regelung sollte eigentlich 2024 in Kraft treten und umfasst die Überwachung und Überprüfung von Methanemissionen im Zusammenhang mit Brennstofflieferungen in die Union.
Die geplanten Vorschriften stoßen bei Energielieferanten außerhalb Europas, darunter auch den USA, auf Widerstand. Diese argumentieren, dass die Regelungen die Gaslieferungen in die EU beeinträchtigen könnten. Deutschlands Wirtschaftsministerin Katherina Reiche plädiert für eine Verschiebung oder Aussetzung, um Risiken für Gas- und Mineralölimporte zu vermeiden.
Deutschland warnte zudem, dass die Regelung ab 2027 die Einfuhren von Erdölprodukten einschränken könnte – darunter auch Kerosin, das für die Luftfahrt unverzichtbar ist. Diese Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Preise für Flugtreibstoff aufgrund der Sperrung der Straße von Hormus stark angestiegen sind und die Versorgungsstabilität zusätzlich unter Druck gerät.
Umweltverbände und einige Energieexperten lehnen die Verzögerung ab. Sie betonen, dass bereits konforme Lieferketten existieren und die Vorschriften wie geplant umgesetzt werden sollten. Unterdessen versucht die Europäische Kommission, Klimaziele mit Bedenken zur praktischen Umsetzung in Einklang zu bringen.
Methan ist nach Kohlendioxid der zweitgrößte Verursacher der globalen Erwärmung. Mit der vorgeschlagenen Verschiebung will die EU wirtschaftliche und logistische Herausforderungen angehen, ohne ihre Klimaziele aufzugeben. Die Minister werden nun über die nächsten Schritte für die Regelung beraten.
