EU und Mercosur besiegeln historisches Handelsabkommen mit Schutzklauseln für Landwirte
Adriana HaufferMinister: Mercosur Deal Good for Thuringia - EU und Mercosur besiegeln historisches Handelsabkommen mit Schutzklauseln für Landwirte
Die EU-Mitgliedstaaten haben ein historisches Handelsabkommen mit dem Mercosur-Block gebilligt, zu dem Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay gehören. Die Vereinbarung schafft die größte Freihandelszone der Welt mit über 700 Millionen Menschen. Ziel ist es, Zölle und Handelsbarrieren abzubauen, während gleichzeitig Bedenken europäischer Landwirte hinsichtlich der Konkurrenz Rechnung getragen wird.
Das Abkommen senkt Handelsbeschränkungen, enthält jedoch Schutzklauseln für europäische Agrarexporteure. Während der Verhandlungen wurden Obergrenzen für die Einfuhrmengen südamerikanischer Agrarprodukte festgelegt. Die Verantwortlichen sicherten zudem zu, bei Bedarf weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um Marktverzerrungen zu verhindern.
Vor der Entscheidung hatten es Proteste deutscher Landwirte gegeben, darunter auch aus Thüringen. Sie fürchteten, dass billige Importe aus Südamerika heimische Erzeuger unter Druck setzen könnten. Allerdings betonte die Wirtschaftsministerin, dass das Abkommen keine vollständige Liberalisierung der Agrarmärkte vorsieht. Die Thüringer Landesregierung sieht in dem Deal Potenzial: Wirtschaftsministerin Colette Boos-John erwartet positive Impulse für die regionale Wirtschaft. Eine Delegation aus Thüringen wird Ende 2026 in die Mercosur-Region reisen, um Handelschancen auszuloten – welche Länder genau besucht werden, steht jedoch noch nicht fest. Die Ministerin verwies zudem auf weiterreichende Vorteile: Das Abkommen soll die wirtschaftliche Abhängigkeit Europas von China und den USA verringern.
Nun geht es in die finale Umsetzungsphase. Europäische Exporteure erhalten besseren Zugang zu den südamerikanischen Märkten, während die Schutzmechanismen die Landwirte absichern sollen. Die geplante Thüringer Delegationsreise unterstreicht das wachsende regionale Interesse an den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Partnerschaft.
