04 March 2026, 19:27

EuGH-Urteil: Airlines zahlen Entschädigung für Verspätungen durch Wartezeiten auf Passagiere

Eine Gruppe von Menschen steht in einer Schlange am Flughafen, einige halten Taschen, Stangen, Bänder, Schilder, Bildschirme und Deckenleuchten im Hintergrund.

Flugverspätung aufgrund langer Check-in: EU-Gericht entscheidet zugunsten der Passagiere - EuGH-Urteil: Airlines zahlen Entschädigung für Verspätungen durch Wartezeiten auf Passagiere

EuGH entscheidet: Airlines müssen bei Verspätungen durch Wartezeiten auf Passagiere Entschädigung zahlen

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat geurteilt, dass Fluggesellschaften Passagieren eine Entschädigung für lange Verspätungen gewähren müssen, wenn diese durch das Warten auf verspätet eintreffende Reisende verursacht werden. Das Urteil folgt auf einen Rechtsstreit mit der Fluggesellschaft European Air Charter.

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Der Fall nahm seinen Anfang, als European Air Charter am Flughafen Düsseldorf beschloss, auf Passagiere zu warten, die den Check-in noch nicht abgeschlossen hatten. Diese Entscheidung führte zu einer dreistündigen Verspätung des Fluges nach Varna. Der EuGH stellte fest, dass die eigenständige Entscheidung der Airline – und nicht externe Umstände – die direkte Ursache für die Verspätung war.

Das Urteil bezieht sich auf den Fall T-656/24, der ursprünglich mit einem verspäteten Flug am Flughafen Köln/Bonn zusammenhing, wo überlastete Sicherheitskontrollen zu Verzögerungen geführt hatten. Das Gericht präzisierte jedoch, dass eine Fluggesellschaft, die freiwillig auf Passagiere wartet, sich nicht auf "außergewöhnliche Umstände" berufen kann, um Entschädigungszahlungen zu umgehen. Nun muss das Landgericht Düsseldorf prüfen, ob die Entscheidung der Airline eigenständig getroffen wurde, und über die Forderungen der Passagiere entscheiden.

Dieses Urteil steht im Einklang mit jüngsten Entscheidungen in ganz Europa, darunter Fälle an den Flughäfen Amsterdam Schiphol und Paris Charles de Gaulle (2024–2025). Nationale Gerichte haben Fluggesellschaften zunehmend für Verspätungen verantwortlich gemacht, die durch überlastete Sicherheitskontrollen entstehen – es sei denn, die Behörden können nachweisen, dass es sich um außergewöhnliche Umstände handelte. Seit 2022 haben solche Urteile zu einem Anstieg der Entschädigungszahlungen an Passagiere in der gesamten EU geführt.

Die Entscheidung des EuGH stärkt die Passagierrechte nach EU-Verordnungen. Airlines, die sich bewusst dafür entscheiden, auf verspätete Reisende zu warten, müssen künftig mit Entschädigungsforderungen rechnen, falls dadurch erhebliche Verspätungen entstehen. Das anstehende Urteil des Düsseldorfer Gerichts wird klären, ob European Air Charter die geforderten 400 Euro pro Passagier in diesem Fall zahlen muss.