Europas Flugverkehr setzt auf nachhaltige Kraftstoffe – und übertrifft alle Erwartungen
Berndt MitschkeEuropas Flugverkehr setzt auf nachhaltige Kraftstoffe – und übertrifft alle Erwartungen
Europas Vorstoß für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) verzeichnet rasantes Wachstum – der Einsatz hat sich 2024 mehr als verdreifacht. Im vergangenen Jahr stammten 2 % des Kerosins an regionalen Flughäfen aus nachhaltigen Quellen, ein Anstieg gegenüber nur 0,6 % im Jahr 2023. Die Europäische Kommission bestätigte nun, dass das Ziel für 2025 voraussichtlich bereits vorzeitig erreicht wurde.
Im Jahr 2024 führten über 46 Flughäfen weltweit – vor allem in den USA und Europa – SAF gemäß den EU-Vorgaben ein. Der Flughafen London-Heathrow ging dabei voran und erweiterte sein Programm, sodass mittlerweile über 5 % des Kerosinbedarfs durch nachhaltige Alternativen gedeckt werden – und damit die Ziele der britischen Regierung übererfüllt wurden. Der starke Anstieg spiegelt die breiten Bemühungen wider, die Emissionen im Luftverkehr zu senken.
Die EU hält trotz Forderungen der Airlines for Europe (A4E) nach einer Lockerung der Vorgaben wegen hoher Kosten und begrenzter Verfügbarkeit an ihren eSAF-Zielen fest. Florian Guillermet, Direktor der EASA, betonte, dass die Vorgabe von 1,2 % eSAF bis 2030 sowie das 5 %-Ziel bis 2035 unverändert bleiben. Ein EU-Vertreter verteidigte die Politik mit dem Argument, dass die verbindlichen Quoten den Fortschritt bisher erst ermöglicht hätten.
Nach den aktuellen Regelungen müssen europäische Flughäfen bis 2025 mindestens 2 % nachhaltigen Kraftstoff einsetzen, bis 2030 steigt die Quote auf 6 %. Obwohl die Kommission keine Abschwächung der Vorgaben plant, will sie eSAF erschwinglicher und breiter verfügbar machen.
Europas SAF-Nutzung hat die Erwartungen bereits übertroffen, und die Ziele für 2025 werden voraussichtlich vorzeitig erreicht. Die EU besteht auf strenge Vorgaben, setzt aber gleichzeitig auf Kostensenkungen, um die Verbreitung zu fördern. Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden stehen nun vor der Herausforderung, die Produktion hochzufahren, um die steigende Nachfrage zu decken.






