Familienbanden in der Linken: Wie Thüringer Abgeordnete Angehörige in Parteijobs beschäftigen
Hilda Dussen vanLinke beschäftigt auch Familienmitglieder - Familienbanden in der Linken: Wie Thüringer Abgeordnete Angehörige in Parteijobs beschäftigen
Eine Reihe von Personalentscheidungen innerhalb der Linken in Deutschland wirft Fragen nach familiären Verbindungen in politischen Ämtern auf. In Thüringen beschäftigen mehrere Abgeordnete der Linken Angehörige in ihren Büros oder in parteinahen Positionen. Die Praxis ähnelt Fällen, die auch bei anderen Parteien, darunter die AfD, bekannt geworden sind.
Die Mutter des Landtagsabgeordneten Christian Schaft arbeitet im Wahlkreisbüro eines Linken-Mitglieds des Europäischen Parlaments. Die Mitarbeiterin war bereits jahrelang politisch aktiv, bevor sie die Stelle antrat.
Unterdessen ist die Ehefrau von Sascha Bilay, einem weiteren Linken-Landtagsabgeordneten in Thüringen, in der Fraktionsgeschäftsstelle der Partei tätig. Beide Paare sollen sich berufsbedingt kennengelernt haben, bevor sie heirateten.
Auch die Linke-Politikerin Lena Saniye Güngör, ebenfalls Landtagsabgeordnete, hat einen Partner, der für ein Bundestagsmitglied außerhalb Thüringens arbeitet. Die Verflechtungen beschränken sich nicht auf die Region: In mindestens acht Bundesländern wurden ähnliche Fälle mit AfD-Politikern gemeldet.
Die Linke hat sich bisher nicht dazu geäußert, ob diese Personalentscheidungen den internen Richtlinien oder Einstellungspraktiken entsprechen.
Die Fälle zeigen ein Muster, bei dem Familienmitglieder für politische Weggefährten in verschiedenen Parteien arbeiten. In Thüringen steht die Linke nun in der Kritik, wie solche Positionen vergeben werden. Bisher wurden weder eine offizielle Überprüfung noch eine Änderung der Richtlinien angekündigt.
