FDP-Chefin Daniela Schmitt tritt nach historischer Wahlniederlage zurück
Adriana HaufferFDP-Chefin Daniela Schmitt tritt nach historischer Wahlniederlage zurück
Daniela Schmitt, Landesvorsitzende der Freien Demokratischen Partei (FDP) in Rheinland-Pfalz, ist als Parteichefin zurückgetreten. Der Schritt folgt der schweren Niederlage der Liberalen bei der jüngsten Landtagswahl, bei der ihre Unterstützung von 5,5 Prozent im Jahr 2021 auf nur noch 2,1 Prozent einbrach. Schmitt kündigte an, bei der für Mai geplanten Vorstandswahl nicht mehr anzutreten, und begründete ihre Entscheidung mit dem Wohl der Partei.
Schmitt hatte im April 2025 den Landesvorsitz in einer turbulenten Phase übernommen. Ihr Vorgänger Volker Wissing war zurückgetreten, und der unerwartete Tod des FDP-Justizministers Herbert Mertin hatte die inneren Spannungen weiter verschärft. Trotz der Herausforderungen gelang ihr als Wirtschafts- und Verkehrsministerin ein bemerkenswerter Erfolg: Sie warb eine Milliardeninvestition des US-Pharmakonzerns Eli Lilly für ihre Heimatstadt Alzey ein.
Bevor Schmitt in die Politik ging, arbeitete sie als Regionaldirektorin bei der Volksbank Mainz. Mit Anfang 30 trat sie der FDP bei und wurde später zweimal Spitzenkandidatin der Partei. Bei der Landtagswahl 2021 führte sie die FDP zu 5,5 Prozent der Stimmen – genug für den Einzug in die Koalitionsregierung.
Bei der diesjährigen Wahl stürzte die FDP auf 2,1 Prozent ab und verfehlte damit die Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament. Gleichzeitig legte die CDU um 3,3 Punkte auf 31,0 Prozent zu, die AfD kletterte um 11,2 Punkte auf 19,5 Prozent, während die SPD 9,8 Punkte auf 25,9 Prozent verlor. Das Ergebnis bedeutet, dass die FDP zum zweiten Mal seit 2011 nicht im Landtag vertreten ist.
Schmitt hat für die Landesparteitags am 9. Mai die Wahl eines neuen Führungsteams gefordert. Der erweiterte Landesvorstand hat den Vorschlag bereits gebilligt.
Die FDP steht nun vor dem Wiederaufbau nach ihrem schlechtesten Landtagswahlergebnis seit Jahren. Schmitts Rückzug markiert das Ende ihrer kurzen, aber bewegten Amtszeit, die von inneren Konflikten, aber auch einem bedeutenden wirtschaftspolitischen Erfolg geprägt war. Auf dem anstehenden Parteitag im Mai wird die Partei eine neue Richtung einschlagen.






