09 March 2026, 16:16

Frauen prägen die Apothekenbranche – doch strukturelle Barrieren bleiben bestehen

Eine Apothekerin in einem weißen Kittel spricht mit einer sitzenden Frau in einer Apotheke, mit Regalen voller Schachteln und anderen Gegenständen dahinter.

Frauen prägen die Apothekenbranche – doch strukturelle Barrieren bleiben bestehen

Frauen dominieren den deutschen Apothekenmarkt – doch strukturelle Hürden bleiben

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Im Jahr 2025 stellen Frauen mehr als 85 Prozent der Beschäftigten in deutschen Apotheken – ein kontinuierlicher Anstieg gegenüber etwa 70 Prozent im Jahr 2010. Treibende Kraft hinter diesem Wandel ist der hohe Anteil weiblicher Auszubildender. Doch trotz ihrer zentralen Rolle kämpfen Apothekerinnen weiterhin mit Herausforderungen wie Lohnungleichheit und der Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeverpflichtungen, sowohl im Arbeitsalltag als auch in der Gesellschaft insgesamt.

Der Frauenanteil in Apotheken ist seit 2010 von rund 70 auf über 85 Prozent gestiegen. Fast 90 Prozent der neuen Auszubildenden sind mittlerweile weiblich. Unter den approbierten Apothekerinnen liegt der Anteil bei 74,1 Prozent, bei Pharmaziestudentinnen im Praktikum bei 74,8 Prozent. Noch deutlicher ist das Ungleichgewicht bei Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA): Hier sind 96,6 Prozent Frauen, bei Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sogar 97,5 Prozent.

Frauen in Apotheken übernehmen zentrale Aufgaben – von der Patientenberatung und Arzneimittelsicherheit bis hin zu organisatorischen Tätigkeiten. Um sie zu unterstützen, führte der ABV-Tarifvertrag (2018/2022) flexible Teilzeitmodelle, Elternzeitregelungen und Anreize für Vollzeitstellen ein. Seit 2015 fördert zudem das Zertifikat "Familienfreundliche Apotheke" der Bundesapothekerkammer (BAP) und der Apotheker- und Ärztebank (AUB) eine bessere Work-Life-Balance.

Doch über den Apothekensektor hinaus sehen sich Frauen in Deutschland nach wie vor mit tiefgreifenden Ungleichheiten konfrontiert: Sie leisten etwa zwei Drittel der Kinderbetreuung, den Großteil der Hausarbeit und den Löwenanteil der Pflege älterer Angehöriger. Die Lohnlücke beträgt 16 Prozent – Frauen verdienen im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde. Gefordert werden daher stärkere Schutzmechanismen für Teilzeitarbeit sowie eine gerechtere Anerkennung von Care-Arbeit in der Rentenberechnung.

Die weibliche Mehrheit in Apotheken spiegelt einen gesamtgesellschaftlichen Trend wider, bei dem Frauen den Großteil der Care- und Berufsarbeit tragen. Zwar zielen aktuelle Tarifvereinbarungen und Zertifizierungen darauf ab, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, doch strukturelle Probleme wie Lohnungerechtigkeit und unbezahlte Sorgearbeit bestehen fort. Weitere politische Reformen könnten helfen, diese langjährigen Herausforderungen zu bewältigen.

Quelle