Gänseliesel wird 125: Göttingen feiert seinen berühmtesten Brunnen mit einer Jubiläumsschau
Reingard FaustGänseliesel wird 125: Göttingen feiert seinen berühmtesten Brunnen mit einer Jubiläumsschau
Göttingen feiert 2026 das 125-jährige Jubiläum des geliebten Gänseliesel-Brunnens mit einer Sonderausstellung
Unter dem Titel "Liebt eigentlich jeder Liesel?" öffnet die Schau am 9. April im Städtischen Museum und läuft bis zum 18. Oktober. Seit mehr als einem Jahrhundert ist die Statue ein fester Bestandteil der lokalen Kultur – besonders für frischgebackene Doktorand:innen, die sie traditionell nach ihrer Disputation küssen.
Die Geschichte der Gänseliesel begann 1897, als Göttingen einen Wettbewerb zur Gestaltung eines neuen Marktbrunnens aussrieb. Rund 40 Künstler:innen und Architekt:innen reichten 46 Entwürfe ein. Der Bildhauer Paul Nisse setzte sich mit seinem Design einer Gänsemagd durch, und 1901 wurde der Brunnen enthüllt.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Statue von einem einfachen Wahrzeichen zu einem kulturellen Symbol. Eine besonders lebendige Tradition ist der "Doktorkuss", bei dem Promovierte die Figur nach ihrer erfolgreichen Verteidigung küssen. Die Ausstellung beleuchtet diesen Brauch sowie die Entstehung und die weitere Bedeutung des Brunnens.
Zu sehen sind unter anderem der originale Guss von 1901 und die "Leipziger Schwester" – eine zweite Version der Statue. Ein zweisprachiger Katalog auf Deutsch und Englisch begleitet die Schau. Zudem würdigt die Stadt das Jubiläum mit einem Märchenprojekt, das öffentliche Schreibwerkstätten umfasst.
Die Ausstellung wird am 9. April 2026 um 18:30 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache eröffnet. Sie zeigt, wie die Gänseliesel seit 125 Jahren Göttingens Identität prägt – mit historischen Exponaten, Bürgerbeteiligung und der Rolle der Statue in akademischen Bräuchen.






