„Geflochtene Frieden“: Wie Musik die Nachkriegszeit im ehemaligen Jugoslawien aufarbeitet
Berndt Mitschke„Geflochtene Frieden“: Wie Musik die Nachkriegszeit im ehemaligen Jugoslawien aufarbeitet
"Geflochtene Frieden" – Ein neues Kulturprojekt tourt durch fünf deutsche Festivals
In diesem Jahr geht das Kulturprojekt "Geflochtene Frieden" auf Tour zu fünf deutschen Festivals. Organisiert von der Bundeszentrale für politische Bildung, widmet es sich der Aufarbeitung und sozialen Zusammenführung in Südosteuropa nach den Konflikten von 1991 bis 2001. Die Reihe untersucht, wie Musik das kollektive Gedächtnis und den Widerstand im ehemaligen Jugoslawien und seinen Nachfolgestaaten geprägt hat.
Den Auftakt machte das Projekt am 6. Juli 2025 beim Rudolstadt-Festival. Kuratiert von der Literaturwissenschaftlerin Alida Bremer und der Journalistin Katarina Berg, umfasst es Diskussionsrunden zu gerechter Machtverteilung, langfristiger Stabilität und gelungener Versöhnung. Bremer, die sich auf kroatische, serbische und bosnische Literatur spezialisiert hat, übersetzte unter anderem Werke von Asja Bakić und saß in Jurys für Übersetzungspreise.
Ein Höhepunkt war eine Podiumsdiskussion mit der Autorin Maša Dabić, dem Musikexperten Petar Janjatović und dem Moderator Rüdiger Rossig, die die gesellschaftliche Rolle von Musik im ehemaligen Jugoslawien und dessen Nachfolge analysierten. Im Anschluss luden der Komiker Danko Rabrenović und die Schauspielerin Vernesa Berbo zu einer "Tiny Talk"-Runde ein, um das Publikum tiefer in die Thematik einzubinden. Die Reihe setzt sich fort auf Festivals in Frankfurt am Main, Leipzig, Cottbus und Münster. Sämtliche Materialien sind unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE veröffentlicht und dürfen unter Nennung der Urheberschaft nichtkommerziell geteilt werden. Die Produktion leitete Rabrenović, während Berg für die Redaktion verantwortlich zeichnete.
Die Initiative "Geflochtene Frieden" bringt Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und die Öffentlichkeit zusammen, um 30 Jahre Nachkriegszeit zu reflektieren. Indem sie den Fokus auf die Rolle der Musik in Widerstand und Erinnerung legt, will das Projekt den Dialog über nachhaltige Versöhnung fördern. Weitere Veranstaltungen folgen in den kommenden Monaten an verschiedenen Orten in Deutschland.
