Günther Jauch kauft Loriots legendäres Domizil am Starnberger See
Adriana HaufferGünther Jauch kauft Loriots legendäres Domizil am Starnberger See
Günther Jauch, der bekannte Fernsehmoderator, hat sich das ehemalige Domizil von Vicco von Bülow am Starnberger See gesichert. Das Anwesen gehörte einst dem legendären Komiker, der unter seinem Künstlernamen Loriot berühmt wurde und mit seinen ikonischen Filmen und Sketchen Kultstatus erlangte. Jauchs Kauf unterstreicht seine tiefe Bewunderung für von Bülows Humor und kulturelles Erbe.
Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, stieg in den 1950er-Jahren mit geistreichen Büchern wie "Der gute Ton – Ein unentbehrlicher Ratgeber für feine Leute" und "Reinhold das Nashorn – Zwei Experten enthüllen 20 erprobte Liebestrick" zum Star auf. Sein scharfsinniger, beobachtender Humor machte ihn in ganz Deutschland bekannt. Jahrzehnte später inszenierte er zwei geliebte Filme: "Ödipussi" (1988) und "Pappa ante Portas" (1991), beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle.
Der Großteil von "Ödipussi" wurde in Wuppertal gedreht, doch zentrale Szenen entstanden in Italien – darunter im Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure und auf der Isola Bella am Lago Maggiore. Auch die piemontesische Stadt Stresa war Schauplatz der Handlung. "Pappa ante Portas" hingegen zeigte eine unvergessliche Geburtstagsfeier auf dem Ahlbecker Pier auf Usedom sowie eine dramatische Kündigungsszene im Axel-Springer-Haus in Berlin-Kreuzberg.
Loriots Sketche wie "Das Frühstücksei" (1976) demonstrierten sein Talent, alltägliche Missgeschicke in eskalierendes Chaos zu verwandeln. Dennoch wurden nur wenige seiner Werke tatsächlich in seinem Haus am Starnberger See gedreht. Das Anwesen, nun in Jauchs Besitz, birgt historischen Wert, der über seine Verbindung zur Comedy hinausgeht.
Jauch selbst hat sich bereits mehrfach für den Erhalt kultureller Denkmäler eingesetzt. So unterstützte er etwa die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam. Seine jüngste Akquisition deutet auf ein anhaltendes Engagement hin, Deutschlands künstlerisches Erbe zu bewahren.
Der Verkauf von Loriots Haus an Günther Jauch unterstreicht die anhaltende Faszination für Vicco von Bülows Werk. Das Anwesen reiht sich ein in die Schauplätze seiner Filme – von Wuppertal bis zu den italienischen Seen. Durch Jauchs Initiative bleibt dieses Stück deutscher Kulturgeschichte für kommende Generationen geschützt.