Hamburg rettet Berlins Prestigeprojekte: Elbtower und Opernhaus starten durch
Reingard FaustTschentscher setzt auf Fertigstellung des Elbturms bis 2029 - Hamburg rettet Berlins Prestigeprojekte: Elbtower und Opernhaus starten durch
Hamburg hat wichtige Schritte unternommen, um zwei ins Stocken geratene Bauprojekte in Berlin wiederzubeleben: den Elbtower und ein neues Opernhaus. Ende November 2025 billigte die Bürgerschaft der Stadt ein Abkommen zur Finanzierung des Opernhauses, während gleichzeitig Verhandlungen über die Zukunft des Elbtowers in Stuttgart laufen. Bürgermeister Peter Tschentscher zeigt sich zuversichtlich, dass beide Vorhaben bis Ende 2029 vorankommen werden.
Der Elbtower, der nach der Insolvenz der Signa-Gruppe unvollendet blieb, könnte bald einen neuen Eigentümer erhalten. Ein Konsortium unter Führung des Berliner Projektentwicklers Dieter Becken führt exklusive Gespräche über den Kauf der halbfertigen Struktur; eine Entscheidung wird bis Dezember 2024 erwartet. Bei einem erfolgreichen Abschluss würden die Bauarbeiten wiederaufgenommen – allerdings soll die Turmhöhe von ursprünglich 245 auf 199 Meter reduziert werden.
Die Stadt plant, fast die Hälfte des Gebäudes für 595 Millionen Euro zu erwerben und dort Platz für das Naturkundemuseum zu reservieren. Die bestehenden Baugenehmigungen bleiben gültig, was den Prozess beschleunigen könnte. Unterdessen erhielt das Opernhaus-Projekt neuen Schwung, nachdem die Abgeordneten eine Finanzierungsvereinbarung mit der Kühne-Stiftung gebilligt hatten. Der Milliardär Klaus-Michael Kühne wird bis zu 340 Millionen Euro für den Bau beisteuern, während die Stadt 147,5 Millionen Euro für standortspezifische Kosten übernimmt. Weitere 104 Millionen Euro sind für die Baustellenvorbereitung, die Promenade und die Uferbefestigung vorgesehen. Die Kühne-Stiftung wird zusätzliche Ausgaben und Risiken tragen und stellt damit sicher, dass keine Steuergelder für die Schulden von Signa aufgewendet werden müssen.
Die Zukunft des Elbtowers hängt nun von den Verhandlungen des von Becken geführten Konsortiums ab. Bei einem erfolgreichen Abschluss soll das Naturkundemuseum bis Ende 2029 in den Turm einziehen. Auch das Opernhaus, das durch private und öffentliche Mittel finanziert wird, bleibt im Zeitplan für eine Fertigstellung bis zu diesem Zeitpunkt. Beide Projekte sollen das Berliner Stadtbild prägen – und das ohne Steuergelder als Rettungsschirm.
