Hettich-Mitarbeiter verzichten freiwillig auf 3,1 Prozent mehr Lohn
Reingard FaustHettich-Mitarbeiter verzichten freiwillig auf 3,1 Prozent mehr Lohn
Tausende Beschäftigte des Möbelzulieferers Hettich haben sich bereit erklärt, eine geplante Gehaltserhöhung zu verschieben. Die Entscheidung fällt in eine Phase finanzieller Schwierigkeiten für das Unternehmen. Über 90 Prozent der Mitarbeiter stimmten dem Vorschlag zu, der Hettich mehrere Millionen Euro sparen wird.
Die für den 1. April vorgesehene Lohnerhöhung um 3,1 Prozent soll nun um ein Jahr aufgeschoben werden. Wer dem zustimmt, verzichtet in den kommenden zwölf Monaten auf mehr als 1.000 Euro an Einkommen.
Die deutsche Möbelbranche kämpft seit Jahren mit Absatzproblemen. Unternehmen wie Homann Holzwerkstoffe verzeichneten 2025 einen Umsatzrückgang auf 383,1 Millionen Euro, während das EBITDA auf 38,2 Millionen Euro sank. Die stark gestiegene Inflation – seit 2020 um 20,8 Prozent – setzt Firmen wie Hettich zusätzlich unter Druck.
Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte den Schritt scharf. Sie wirft dem Unternehmen vor, die Belegschaft unzumutbar unter Druck zu setzen. Hettich wies die Vorwürfe zurück und betonte, vollkommen transparent gehandelt zu haben.
Die Verschiebung der Gehaltserhöhungen soll Hettich helfen, in der schwierigen Wirtschaftslage Kosten zu sparen. Mit rund 2.000 Mitarbeitern betrifft die Maßnahme fast die gesamte Belegschaft. Das Unternehmen will nun seine Finanzen stabilisieren – angesichts der anhaltenden Herausforderungen in der Branche.






