28 June 2026, 14:07

Humboldt Forum: Zwischen kolonialer Kritik und Berliner Alltagsferne

Humboldt-Forum feiert 5. Geburtstag

Humboldt Forum: Zwischen kolonialer Kritik und Berliner Alltagsferne

Im markanten kuppelgekrönten Humboldt Forum sind heute das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst untergebracht. Seine Eröffnung löste breitere Debatten über geraubte Kulturgüter, Restitution und das Erbe kolonialer Gewalt in Deutschland aus.

Wohlhabende rechtspopulistische Spender finanzierten das Projekt mit dem Ziel, preußische Pracht ins Zentrum Berlins zurückzubringen. Die Programme des Forums setzen sich häufig mit drängenden Themen wie dem Rückgang demokratischer Standards und globaler Ungerechtigkeit auseinander.

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Kritiker werfen dem Bau vor, eher wie ein Palast als wie ein öffentlicher Raum zu wirken. Die abgelegene Lage und das Fehlen von Cafés oder Geschäften in der Nähe halten Besucher davon ab, nach Veranstaltungen länger zu verweilen. Trotz hochwertiger Ausstellungen sind die meisten Gäste nach wie vor Touristen statt Berliner Anwohner.

Die offiziellen Besucherzahlen erfassen jeden, der den Innenhof betritt – auch jene, die nur für ein Selfie vorbeikommen. Die Künstlerin Sarah Ama Duah inszenierte kürzlich ihre Performance to build to bury to remember und präsentierte dabei Objekte als lebendige Körper, die sich der kolonialen Perspektive widersetzen.

Das Forum bleibt ein Ort für ambitionierte Kulturprojekte. Doch es fällt ihm schwer, sich in den Alltag der Stadt zu integrieren. Sein Image als Touristenattraktion hält sich hartnäckig – selbst während sein Programm nach breiterer gesellschaftlicher Relevanz strebt.

Quelle