IMK blockiert neue Maßnahmen gegen Gewalt und Pyrotechnik in Fußballstadien
Adriana HaufferIMK blockiert neue Maßnahmen gegen Gewalt und Pyrotechnik in Fußballstadien
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat sich gegen die Einführung neuer Maßnahmen zur Bekämpfung gewalttätiger Ausschreitungen in Fußballstadien entschieden. Diese Entscheidung fällt trotz jüngster schwerwiegender Vorfälle und anhaltender Sicherheitsbedenken. Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, kritisierte öffentlich sowohl die bisher erzielten Fortschritte als auch das Vorgehen bei den letzten Zwischenfällen.
Vor der Konferenz hatten viele auf einen Plan gehofft, um das bestehende Verbot von Pyrotechnik in Stadien konsequenter durchzusetzen. Konkrete Vorschläge wurden jedoch nicht unterbreitet. Ein vertraulicher Bericht der Arbeitsgruppe bezeichnete Pyrotechnik als „eine der größten Sicherheitsherausforderungen in Fußballstadien“. Der Entwurfsbeschluss verwies lediglich auf einen „konstruktiven Austausch über die Ahndung von Verstößen“, ohne konkrete Schritte zu nennen.
Die IMK blieb selbst nach den Ausschreitungen beim DFB-Pokalfinale im Mai bei ihrer Haltung. Reul, Mitglied der CDU, übt besonders Kritik an der Entscheidung des Schiedsrichters, das Spiel nicht abzubrechen. Zudem zeigte er sich unzufrieden mit den allgemeinen Fortschritten bei der Bekämpfung von Fußballgewalt und bezeichnete die bisherigen Maßnahmen als unzureichend.
Reul forderte schärfere Kontrollen von den Vereinen, darunter Durchsuchungen von Ultra-Fanräumen und Fahrzeugen. Zudem setzte er sich für einen verstärkten Einsatz von Videoüberwachung ein, um das Werfen von Gegenständen über Zäune zu verhindern. Die bestehenden Bußgelder für Pyrotechnik haben sich als wirkungslos erwiesen, und Tests mit Pyrotechnik-Detektoren brachten bisher kaum Erfolge. Daher wird das Thema nun auf die Herbstkonferenz vertagt, um weiter beraten zu werden.
Vorerst werden keine zusätzlichen Maßnahmen zur Eindämmung gewalttätiger Vorfälle in Fußballstadien ergriffen. Das Thema Pyrotechnik soll jedoch bei der nächsten Sitzung erneut aufgegriffen werden. Die Vereine könnten unter Druck geraten, wie von Reul gefordert, strengere Kontrollen umzusetzen.






