Industrie in Deutschland kämpft mit Rekordpleiten und Jobverlusten im Mai 2025
Reingard FaustIndustrie in Deutschland kämpft mit Rekordpleiten und Jobverlusten im Mai 2025
Deutschlands Industrie steht vor wachsenden Herausforderungen. Im Mai 2025 stiegen die Unternehmenspleiten stark an, während Auftragseingang und Produktion weiter zurückgehen. Die neuesten Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang wichtiger Wirtschaftskennziffern.
Die Industrieaufträge sanken im April um 3,8 Prozent gegenüber März – stärker als zunächst prognostiziert. Der Abwärtstrend hält bereits seit drei Monaten an: Von Februar bis April 2026 lagen die Bestellungen 3,1 Prozent unter denen des Vorquartals. Auch die März-Daten wurden nach unten korrigiert, was die Sorgen weiter verstärkt.
Besonders betroffen ist die Metall- und Elektroindustrie: Hier brachen die Neuaufträge im April um 5,4 Prozent ein. Die Produktion ging im Vergleich zu den drei Vormonaten um 2,0 Prozent zurück, im Jahresvergleich sogar um 2,7 Prozent. Die aktuelle Auslastung liegt 15 Prozent unter dem Niveau von 2018 – ein Zeichen für die anhaltende Krise.
Die Beschäftigung in der Branche sank im April auf 3,746 Millionen. Saisonbereinnet gingen 15.600 Arbeitsplätze verloren – der stärkste monatliche Rückgang seit Juli 2020. Seit 2019 hat der Sektor über 300.000 Stellen abgebaut. Die Kapazitätsauslastung beträgt derzeit nur noch 79 Prozent, deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent.
Die Unternehmensinsolvenzen stiegen im Mai 2025 auf 1.518 – ein Anstieg um 57 Prozent gegenüber dem Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Staatshilfen konnten den Abwärtstrend bisher nicht stoppen.
Keine Besserung in Sicht: Fabriken arbeiten weit unter ihren Kapazitäten, Arbeitsplätze gehen weiter verloren, und die Pleitenwelle hält an. Die Schwäche der Industrie spiegelt die breiten wirtschaftlichen Belastungen wider – eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht.






