24 April 2026, 14:17

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, gelegen an Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die Modemarke. Der Schritt folgt auf eine Reihe juristischer Auseinandersetzungen, in denen das Unternehmen kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen wegen der Verwendung des Wortes "BOSS" verklagt hatte. Erst kürzlich war die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss betroffen, die eine Abmahnung erhielt, nachdem sie versucht hatte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Die für ihre Luxuskleidung bekannte Marke steht seit Langem in der Kritik, weil sie ihre Markenrechte überaus aggressiv durchsetzt. Gleichzeitig sind in der Debatte über ihren Ruf auch die historischen Verbindungen zur NSDAP wieder aufgekommen. Hugo Boss wurde 1924 von einem langjährigen NSDAP-Mitglied gegründet, das Adolf Hitler unterstützte. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte das Unternehmen Uniformen für die SS an. 2011 entschuldigte sich das Modehaus öffentlich für das Leid, das durch den Einsatz von Zwangsarbeitern in einer seiner Fabriken während dieser Zeit verursacht wurde.

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Heute beschäftigt das Unternehmen über 14.000 Mitarbeiter in 127 Ländern und verzeichnet einen Jahresumsatz von mehr als 2,3 Milliarden Pfund. Doch seine Klagen gegen kleinere Organisationen haben zu massiver Gegenwehr geführt. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab rund 10.000 Pfund aus, um sich gegen eine Abmahnung von Hugo Boss wegen ihres Namens zu wehren.

Joe Lycett, der nun offiziell Hugo Boss heißt, kündigte in seiner Verbraucherschutz-Sendung Got Your Back an, ein neues Produkt unter diesem Namen auf den Markt zu bringen. Mit dieser Aktion macht er auf die anhaltende Verärgerung über die Markenpolitik des Unternehmens aufmerksam, von der sowohl gemeinnützige Initiativen als auch unabhängige Betriebe betroffen sind. Die Namensänderung des Komikers ist die jüngste Herausforderung für die juristische Strategie von Hugo Boss. Kleine Unternehmen und Organisationen sehen sich weiterhin mit hohen Kosten konfrontiert, wenn sie ihre Namen vor Gericht verteidigen müssen. Sowohl die Geschichte als auch die aktuellen Praktiken des Unternehmens bleiben Gegenstand öffentlicher Kritik – und der Druck wächst.

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