Jörg Schönenborn übernimmt 2026 die Tagesthemen – ein Abschied vom WDR
Reingard FaustEr übernimmt den 'Tagesthemen'-Moderationsjob - Jörg Schönenborn übernimmt 2026 die Tagesthemen – ein Abschied vom WDR
Jörg Schönenborn wird ab Mitte 2026 als Moderator der Tagesthemen mitwirken. Der Wechsel krönt eine lange Karriere beim WDR, in der er über vier Jahrzehnte den politischen Journalismus geprägt hat. Mit seiner Berufung soll die politische Berichterstattung der ARD in Das Erste und auf den digitalen Plattformen gestärkt werden.
Schönenborns Laufbahn beim WDR begann vor mehr als 40 Jahren. Als Reporter für Tagesschau und Tagesthemen gestartet, stieg er später zum Chefredakteur des WDR-Fernsehens auf. Im Laufe der Zeit erweiterte sich sein Verantwortungsbereich auf die Bereiche Nachricht, Fiction und Unterhaltungsprogramme.
Sein Einfluss auf journalistische Standards wuchs insbesondere durch die langjährige Moderation der ARD-Wahlberichte seit 1999. Kollegen und Führungskräfte heben seine Verpflichtung zu Tiefe, Kontext und glaubwürdiger Berichterstattung hervor. Als WDR-Programmdirektor wird er sein Amt niederlegen, um die neue Position anzutreten.
Die ARD-Führung begrüßt die Personalie. Hendrik Lünenborg, Intendant des NDR, bezeichnete Schönenborn als "eine große Bereicherung" für den Sender und seine Zuschauer. Florian Hager, ARD-Vorsitzender, lobte ihn als "Vorkämpfer für hochwertigen Journalismus". Katrin Vernau, Intendantin des WDR, räumte ein, dass sein Abgang eine spürbare Lücke in der Führungsriege des Senders hinterlassen werde.
Bei den Tagesthemen wird Schönenborn künftig an der Seite von Ingo Zamperoni und Jessy Wellmer arbeiten. Sein Markenzeichen ist ein Berichtsstil, der auf Klarheit setzt und es dem Publikum ermöglicht, sich ein eigenes Urteil zu bilden.
Schönenborns Wechsel zu den Tagesthemen markiert eine Neuausrichtung der politischen Berichterstattung der ARD. Seine Erfahrung in Wahlsendungen und Nachrichtenformaten wird die inhaltliche Ausrichtung der Sendung prägen. Gleichzeitig deutet der Schritt auf Veränderungen in der Führungsstruktur des WDR hin, da er seine aktuelle Position verlässt.