14 April 2026, 00:17

Kik schließt 300 Filialen: Neuer CEO soll den Textildiscounter retten

Internationaler Discount-Laden an einer Straßenecke mit Gebäuden, Fahrzeugen, Verkehrszeichen, Straßenlaternen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Kik schließt 300 Filialen: Neuer CEO soll den Textildiscounter retten

Textildiscounter Kik steht vor tiefgreifenden Umbrüchen: Hundert Filialen sollen in Europa schließen, ein neuer Vorstandschef übernimmt das Ruder. Die Veränderungen erfolgen inmitten anhaltender Herausforderungen für die Marke unter ihrem Eigentümer, der Tengelmann-Gruppe.

Die Turbulenzen bei Kik begannen bereits Anfang dieses Jahres, als Finanzvorstand Rüdiger Hartmann und Betriebsleiter Dirk Ankenbrand das Unternehmen verließen. Im September 2025 folgte dann auch Vorstandschef Patrick Zahn – nach Differenzen mit der Führungsetage von Tengelmann. Als Übergangslösung sprang Christian Kümmer ein, der zuvor beim Tierbedarfshändler Fressnapf tätig gewesen war, während nach einem dauerhaften Nachfolger gesucht wurde.

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Ab Juni wird Ulrich Hanfeld die Geschäfte als neuer CEO übernehmen. Hanfeld bringt Erfahrung vom Konkurrenten NKD mit, einer weiteren Discount-Modekette, wo er über sechs Jahre lang als Vorstandschef wirkte. Zuletzt führte er fast zwei Jahre lang den österreichischen Sportartikelhändler Hervis, bevor dieser Anfang 2026 verkauft wurde. Eine Branchenquelle bezeichnete ihn zwar als "begnadeten Verkäufer", merkte jedoch an, dass die Sanierung von Krisenunternehmen möglicherweise nicht zu seinen Stärken zählt.

Die personellen Wechsel fallen zusammen mit einer deutlichen Verkleinerung des Filialnetzes: Bis Ende 2026 sollen rund 300 Standorte geschlossen werden, was einem Nettoverlust von 225 Geschäften entspricht. Allein in Deutschland werden 135 Filialen dichtmachen, sodass noch etwa 2.200 übrig bleiben. Trotz der Schließungswelle wies Jela Götting, Managerin bei Tengelmann, Gerüchte zurück, Kik stehe zum Verkauf.

Mit einem schlankeren Filialnetz und neuer Führung unter Ulrich Hanfeld setzt Kik nun auf Konsolidierung. Ob die Maßnahmen langfristig greifen, bleibt abzuwarten. Die Zukunft des Textildiscounters hängt maßgeblich davon ab, ob es dem neuen CEO gelingt, das Unternehmen zu stabilisieren.

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