Klöckners Plan: Kein Gehalt für unsichere Mitarbeiter von Abgeordneten
Berndt MitschkeKlöckners Plan: Kein Gehalt für unsichere Mitarbeiter von Abgeordneten
Ein neuer Vorschlag könnte staatliche Finanzierungen für Mitarbeiter von Abgeordneten blockieren, die Sicherheitsüberprüfungen nicht bestehen. Die CDU-Politikerin Julia Klöckner will das Abgeordnetengesetz ändern, um Gehälter für Personen zu streichen, denen der Zutritt zu Parlamentsgebäuden oder IT-Zugänge verweigert werden. Ihre Begründung: Steuergelder dürften nicht an Mitarbeiter fließen, die als Sicherheitsrisiko für den Bundestag eingestuft werden.
Der Plan folgt auf Vorfälle im September 2025, als mehreren Mitarbeitern aufgrund von Bedenken im Rahmen von Zuverlässigkeitsprüfungen der Zugang entzogen wurde.
Das aktuelle Zuverlässigkeitsverfahren umfasst Abgleiche mit Polizeiakten und dem Bundeszentralregister. Mitarbeiter müssen diesen Hintergrundchecks zustimmen. Klöckners Vorstoß zielt auf eine von ihr sogenannte "regulatorische Lücke" ab: Bisher erhalten Mitarbeiter, die die Prüfungen nicht bestehen, weiterhin öffentliche Mittel.
Kritik kam prompt von der AfD. Bernd Baumann, parlamentarischer Geschäftsführer der Partei, bezeichnete den Schritt als Versuch, "Mitarbeitergehälter abzuwürgen" und ein "faktisches Parteiverbot" durchzusetzen. Er wertete dies als Angriff auf die Rolle der AfD als stärkste Oppositionspartei sowie auf das Prinzip des freien Mandats. Die Kriterien für Zweifel an der Zuverlässigkeit umfassen eine geringe Wahrscheinlichkeit vertrauenswürdigen Verhaltens, formale Mängel in den Zugangsunterlagen oder unzureichende Belege für eine Sicherheitsfreigabe. Die Unterlagen zum Vorschlag deuten jedoch nicht darauf hin, dass eine bestimmte politische Gruppe gezielt betroffen sein soll. Klöckner betont, es gehe um Sicherheit, nicht um Politik. Sie besteht darauf, dass der Bundestag keine Mitarbeiter finanzieren sollte, denen nicht vertraut werden kann – weder in Bezug auf die Systeme noch auf die Gebäude.
Wird der Änderungsantrag verabschiedet, entfielen die Gehälter für Mitarbeiter, die Sicherheitschecks nicht bestehen. Die Debatte dreht sich nun darum, ob dies die Parlamentssicherheit stärkt oder Oppositionsparteien unrechtmäßig einschränkt. Das Ergebnis könnte die Handhabung von Mitarbeiterüberprüfungen und -finanzierung in der deutschen Politik neu prägen.
